Erstellt am 19. Dezember 2012, 00:00

Enteignungsverfahren wird angestrebt. Hochwasserschutz / Eigentümer wehrt sich seit zwei Jahren gegen Grundstücksverkauf. Letzte Gespräche nach Weihnachten.

Von Carina Ganster

JENNERSDORF / Seit mehr als zwei Jahren will die Gemeinde Jennersdorf im Bereich des Freibades und des Körblerecks einen Hochwasserschutz errichten. Abgesehen davon, dass die Bezirkshauptmannschaft die wasserrechtliche Genehmigung noch nicht ausgesprochen hat, scheitert das Bauvorhaben an den Grundstücksablösen. „Wir führen seit zwei Jahren Gespräche und ein Eigentümer ziert sich, sein Grundstück zu verkaufen. Er argumentiert damit, dass er für die Ablöse den Hausplatzpreis haben möchte. Wir können uns hier nicht länger blockieren lassen, weil es geht um die Sicherheit der Bewohner“, erklärt Bürgermeister Willi Thomas, der jetzt dem Gesetz folgt und im Falle eines abermaligen Scheitern der Gespräche, ein Enteignungsverfahren für die einzige Möglichkeit hält. „Es ist eine sensible Sache, aber ich gehe davon aus, dass der Grundstückseigentümer doch noch zustimmt. Ich will zwischen Weihnachten und Silvester noch einmal mit ihm Gespräche führen“, sagt Thomas.

Weil sich die Verhandlungen ohnehin in die Länge ziehen, hat der Gemeinderat nun in seiner vergangenen Sitzung beschlossen, dass das aufzunehmende Darlehen neu ausgeschrieben werden soll. „Wir wollen jetzt einfach sehen, ob wir ein günstigeres Angebot bekommen, immerhin sind die Zinsen derzeit recht niedrig“, meint der Ortschef. Auch der Hochwasserschutz im Bereich des Lahngrabens (Industriegebiet) hängt in der Warteschleife. Das 600.000 Euro Projekt, dass vor allem für die Firmen Vossen, Kastner und Boxmark umgesetzt wird, wird jetzt abermals umgeplant. „Der Lahngraben soll jetzt doch zurück in die Raab geführt werden, das ist laut Experten effizienter“, erklärt Bürgermeister Thomas. Die Umplanungskosten betragen rund 10.000 Euro und wurden vom Gemeinderat einstimmig beschlossen.