Erstellt am 25. November 2015, 04:58

von Carina Ganster

Flüchtlinge: Helfer üben Kritik. Rotes Kreuz zieht aus Heiligenkreuz ab, Infrastruktur bleibt aber erhalten. Polizei versorgt ankommende Flüchtlinge.

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Nach Monaten im Dauereinsatz schränkt das Rote Kreuz seine Aufgabenbereiche in Sachen Flüchtlingsbetreuung ein.

Kein Bereitschaftsdienst, aber Infrastruktur bleibt

Am vergangenen Freitag hat das Rote Kreuz das Erstaufnahmezentrum geräumt. Zwar gibt es keinen Bereitschaftsdienst des Roten Kreuzes mehr, die Infrastruktur bleibt aber erhalten. „Sollten wieder vermehrt Personen ankommen, werden wir den Dienst wieder aufnehmen“, erklärt Tobias Mindler, Pressesprecher des Roten Kreuzes.

Kritik kommt vor allem von den freiwilligen Helfern, allerdings nicht am Roten Kreuz, sondern an der Polizei, die sich nun um die Betreuung der Flüchtlinge kümmert. Und für die Freiwilligen passiert das nicht ausreichend genug.

„Keine Information, keine Hilfe, keine Auskunft“

„Sämtliche Feldbetten, Decken, Kleidung und Nahrungsmittel, die über Monate hin von engagierten, hauptsächlich Ehrenamtlichen gesammelt, sortiert und koordiniert wurden, sind ausgeräumt worden. Die Betreuung der Flüchtlinge sieht wie folgt aus: Toast, mit Butter. Einige wenige Handtücher für alle Personen. Keine Information, keine Hilfe, keine Auskunft“, kritisieren die Freiwilligen in einem E-Mail.

Den Grund für den Rückzug erklärt Rot Kreuz-Pressesprecher Tobias Mindler: „Die wenigen Flüchtlinge, die derzeit in Heiligenkreuz ankommen, bleiben nicht über Nacht, weil sie wenige Stunden nach der Ankunft weitergebracht werden. Die ankommenden Personen werden von der Polizei, die ohnehin stationiert ist, versorgt“, versucht Mindler die Wogen zu glätten.