Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:32

von Carina Ganster

Flüchtlingsfamilie zieht in Kindergarten. Eine sechsköpfige Flüchtlingsfamilie zieht in den nächsten Wochen in den ehemaligen Kindergarten Dobersdorf ein.

 |  NOEN, Pixabay
Nach der örtlichen Volksschule wurde im Herbst 2014 auch der Kindergarten geschlossen. Der Grund lag auf der Hand: Zu wenig Kinder haben den Kindergarten im Rudersdorfer Ortsteil besucht.

„Als Gemeinde stehen wir in der Pflicht, zu helfen“

Jetzt hat sich der Gemeinderat auf eine Reaktivierung des Gebäudes geeinigt, allerdings nicht als Kindergarten, sondern als Flüchtlingsunterkunft für eine sechsköpfige Familie.

„In der Gemeinde sind aktuell noch keine Flüchtlinge untergebracht und das Gebäude bietet sich, ohne viel Umbauarbeiten, sehr gut dafür an. Als Gemeinde stehen wir in der Pflicht, Kriegsflüchtlingen zu helfen und dieser Verantwortung kommen wir sehr gerne nach“, erklärt Bürgermeister Franz E. Tauss.

Ende der 80er im Schnitt 27 Flüchtlinge beherbergt

x  |  NOEN, Thomas Koch/shutterstock
Die Gemeinde hat bereits Erfahrung in der Betreuung und Unterbringung von Flüchtlingen. Ende der 80er Jahre waren im Durchschnitt 27 Flüchtlinge untergebracht.

„Damals haben wir das sehr gut gelöst und wir werden das auch jetzt in den Griff bekommen, die Familie zu integrieren“, ist Tauss überzeugt.

Die Unterbringung ist allerdings keine Dauerlösung. Innerhalb der nächsten fünf Jahre besteht für die Gemeinde nämlich die Möglichkeit, den Kindergarten jederzeit ohne Bewilligungsverfahren wieder zu aktivieren, deshalb hat sich die Gemeinde mit dem Land auf einen Dreijahresvertrag für die Flüchtlingsunterkunft geeinigt.

Wenn also, wie die Statistiken voraussagen, in ein paar Jahren wieder genug Kinder den Kindergarten besuchen würden, kann die Gemeinde das Objekt wie früher als Betreuungseinrichtung nutzen. Die Gemeinde hat vor 18 Jahren mit der Pfarre, dem Eigentümer des Gebäudes, einen Pachtvertrag für 99 Jahre abgeschlossen.