Erstellt am 12. August 2015, 10:10

von Carina Ganster

Gedenkstein zur Türkenbelagerung: Widerstand im Ort. Bevölkerung stemmte sich gegen die Errichtung eines Gedenksteins, der an die Türkenbelagerung erinnern soll.

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Der „Stein des Anstoßes“ steht seit Montag und kommt auch nicht mehr weg. Die Rede ist von einem Gedenkstein, der in Mogersdorf an die Türkenschlacht aus dem Jahr 1664 erinnern soll und von der türkischen Botschaft errichtet und auch bezahlt wurde.

Der Stein hätte eigentlich schon im vergangenen Jahr aufgestellt werden sollen, da jährte sich die Türkenschlacht nämlich zum 350 Mal. Weil sich aber innerhalb der Bevölkerung Widerstand breitgemacht hatte, ist die Installierung der Gedenkstätte verzögert worden.

Lange Gespräche und Verhandlungen brauchte es nämlich nicht nur mit der türkischen Botschaft, sondern auch mit einem Teil der Bevölkerung.

Korpitsch: „Toleranz wird immer weniger“

„Als Ortschef hat mir dieser Widerstand schon wehgetan. Wenn die Toleranz nämlich immer weniger wird, kann sich das in eine ganz gefährliche Richtung entwickeln“, meint Bürgermeister Josef Korpitsch, der bezüglich des Gedenksteins viel Überzeugungs- und Überredungskunst innerhalb der Bevölkerung leisten musste.

„Mogersdorf ist ein kulturhistorischer Ort und der Gedenkstein ist eine Art Friedensstein, darauf können wir stolz sein. Immer, wenn man am Gedenkstein  in der Nähe der Anna-Kapelle vorbeikommt, soll man sich klar werden, wie gut es uns eigentlich hier in Österreich geht“, hofft Korpitsch auf eine Kehrtwende der Kritiker.