Erstellt am 05. März 2014, 00:00

Geld geht zu den Steirern. Der Bezirk Jennersdorf weist eine verheerende Kaufkraftbilanz auf: 7,8 Millionen Euro Kaufkraft fließen pro Jahr ab. Zurück kommen aber nur 0,1 Millionen Euro.

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Im Rahmen einer Haushaltsbefragung im Vorjahr wurden mehr als 1.000 burgenländische Haushalte zu ihrem Konsum- und Verbraucherverhalten befragt. Auffallend ist, dass vor allem die Bezirke Güssing und Jennersdorf eine hohe negative Kaufkraftbilanz aufweisen.

Pro Jahr bleiben nur rund 100.000 Euro von bezirksfremden Kunden im Bezirk Jennersdorf, dafür fließen 7,7 Millionen Euro pro Jahr in die Steiermark oder in die Nachbarbezirke Güssing und vor allem Oberwart ab. Auffallend ist auch, dass die Kaufkrafteigenbindung nur 44 Prozent beträgt – das ist mit Abstand der schlechteste Bezirkswert im Burgenland.

Starker Wettbewerb mit steirischen Anbietern

„Wir versuchen bereits seit Jahren dieser Entwicklung entgegenzuwirken, aber aufgrund der wirtschaftlichen Lage und der hohen Mietpreise in der Innenstadt ist das extrem schwer“, kennt Jennersdorfs Bürgermeister Willi Thomas die Problematik. „Auch wenn die Nahversorgung gut ist, fehlen doch einige Branchen bei uns. Anfragen von Betrieben gibt es immer wieder, aber die Konkurrenz in Feldbach, Fürstenfeld und Fehring ist oft zu stark.“ Das bestätigt auch die Studie: „Das Südburgenland ist einem starken Wettbewerb durch steirische Anbieter ausgesetzt.“

Stadtchef Thomas verweist aber auch auf die positiven Aspekte der Studie: „Positiv ist, dass immer mehr Ungarn und Slowenen zu uns einkaufen kommen und Geld da lassen. Und wir unterstützen Kleinbetriebe mit Förderungen. Wir machen was wir können – aber die Mieten in der Stadt sind für viele einfach zu hoch.“

Daten und Fakten:

Bezirk Güssing
Kaufkraftbilanz - 21,5 Mio. €
Zufluss 5,9 Mio. €
Abfluss 27,4 Mio. €

Kaufkraftvolumen 115,7 Mio. €
Marktpotenzial 151 bis 200 Mio. €
Bezirkseigenbindung 59 Prozent

Bezirk Jennersdorf
Kaufkraftbilanz - 7,7 Mio. €
Zufluss 0,1 Mio. €
Abfluss 7,8 Mio. €

Kaufkraftvolumen 75,5 Mio. €
Marktpotenzial bis 100 Mio. €
Bezirkseigenbindung 44 Prozent

Quelle: Kaufkraftstromuntersuchung 2013, CIMA Beratung