Erstellt am 21. September 2016, 20:23

10 Monate unbedingt für Schuss auf den eigenen Bruder. In Eisenstadt ist am Mittwochabend ein 54-jähriger, der im März auf seinen 61-jährigen Bruder geschossen haben soll, zu 30 Monaten Haft - zehn davon unbedingt - verurteilt worden.

Der Angeklagte auf der Anklagebank  |  Elisabeth Kirchmeir

Ein Geschworenensenat sprach den Angeklagten wegen schwerer Körperverletzung und unerlaubtem Waffenbesitz schuldig. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

De Geschworenen verneinten die Hauptfrage nach versuchter vorsätzlicher Tötung mit 8:0 Stimmen. Ebenso deutlich wurde versuchter Totschlag als Delikt verworfen. Bei der Entscheidung über die Eventualfrage nach dem Vorliegen einer absichtlich schweren Körperverletzung gab es jeweils vier Ja- und vier Nein-Stimmen. Die schwere Körperverletzung wurde hingegen von den Geschworenen mit 7:1 bejaht.

Angeklagte habe nicht gezielt geschossen

Der Tötungsvorsatz sei vom Gericht aufgrund der Umstände verneint worden, sagte der Vorsitzende des Geschworenensenats in seiner Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe nicht gezielt geschossen und den Tatort fluchtartig verlassen, ohne etwa nachzusehen, ob das Opfer tot sei. Der Senat gehe davon aus, dass zuerst der Pfefferspray durch den 61-jährigen Bruder eingesetzt wurde, dann habe der 54-Jährige als Reaktion einen Schuss abgegeben. Der 54-Jährige nahm das Urteil an, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.