Erstellt am 20. Juli 2016, 00:43

von Carina Ganster

Lockruf der Provinz: Ärztesuche geht weiter. Vierte Ausschreibungsfrist für einzige Kassenstelle eines Gynäkologen läuft noch bis 16. August. Auch Kinderarzt wird gesucht.

Symbolbild

Unattraktive Rahmenbedingungen, fehlende Anreize: Schon jetzt sind viele Jungmediziner nur schwer für eine Praxis am Land zu motivieren. Obwohl auf dem Land reihenweise Ärzte in den Ruhestand gehen, bleibt der Nachwuchs lieber in der Großstadt.

4. Anlauf: Suche nach Frauenarzt

Zwar schaffen Gemeinden immer mehr Anreize, vor allem in finanzieller Sicht, wie zuletzt Jennersdorf oder Olbendorf, trotzdem gestaltet sich die Suche schwer. Das macht sich aktuell wieder in der Stadt Jennersdorf bemerkbar. Anfang Juni endete die bereits dritte Ausschreibung für die einzige Kassenstelle eines Gynäkologen im Bezirk. Zum ersten Mal wurde die Stelle vor mehr als drei Jahren ausgeschrieben, danach im Frühjahr des vergangenen Jahres, zuletzt im Mai.

Die Ärztekammer hat sich nun dazu entschieden, die Stelle gleich wieder auszuschreiben. Bewerbungen müssen bis spätestens 16. August eingegangen sein. Die Hoffnung, beim vierten Anlauf einen Gynäkologen zu finden, ist groß, zumindest bei Bürgermeister Willi Thomas. „Wir bemühen uns sehr, die Stelle zu besetzen. Augen und Ohren sind ständig offen und auch als Gemeinde greifen wir den Medizinern unter die Arme“, macht Thomas Werbung für den Standort Jennersdorf.

Kassenarzt für Kinder gesucht

Aber nicht nur die Suche nach einem Gynäkologen beschäftigt den Jennersdorfer Ortschef, sondern auch die Suche nach einem Kinderarzt wird in den nächsten Monaten schlagend. Denn Dr. Peter Arends, einziger Kassenarzt für Kinder- und Jugendheilkunde in den Bezirken Güssing und Jennersdorf hat seine Pensionierung im kommenden Jahr angekündigt.

Während Güssings Bürgermeister Vinzenz Knor Hoffnungen in eine Güssinger Kinderärztin setzt, die sich aktuell noch im Spitalsdienst befindet, erwartet Jennersdorfs Bürgermeister Thomas ähnliche Probleme wie bei der Suche nach einem Gynäkologen: „Einzige Möglichkeit ist es, an die Ärzte zu appellieren, einen anderen Einfluss haben wir auf die Entwicklung der so wichtigen medizinischen Versorgung leider nicht.“