Erstellt am 27. August 2014, 08:46

von Marie-Therese Schranz

HAK: Praktikum als Pflicht. HAK-Schüler müssen künftig verpflichtend zwei Monate Praktikum absolvieren. Im Bezirk sind etwa 250 Jugendliche betroffen.

HAK-Stegersbach. An der Schule von Direktor Chris Wagner (l.) sind rund 300 Schüler betroffen. Foto: Archiv  |  NOEN, Archiv
Was es in einigen Berufsbildenden Höheren Schulen schon lange gibt, soll künftig auch in kaufmännischen Ausbildungseinrichtungen umgesetzt werden. Laut Christian Drobits, AK- Regionalstellenleiter Süd, müssen nun auch Schüler der Bundeshandelsakademien und Bundeshandelsschulen künftig ein Praktikum absolvieren.

In Jennersdorf schon länger gebräuchlich

Diese Vorschrift ist für alle Neueinsteiger ab dem neuen Schuljahr gültig. Im Laufe der Schulzeit sollen die Lernenden der Bundeshandelsakademien 300 Stunden, die der Bundeshandelsschulen 150 Praktikumsstunden ableisten.
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Nach derzeitigem Stand betrifft dies in der HAK/HAS Oberwart rund 250 und in der BHAK/BHS Stegersbach in etwa 300 Schüler. In der Bundeshandelsschule Jennersdorf gibt es bereits seit einigen Jahren ein schulintern verpflichtetes Praktikum.

Schüler werden Firmen der Region „stürmen“

Die Landeschulinspektorin für kaufmännische und humanberufliche mittlere und höre Schulen, Helene Schütz-Fatalin, meint diesbezüglich: „Die Schüler sollen Erfahrungen sammeln und ein Gefühl für unternehmerisches Denken und Handeln entwickeln. Die Professoren sind mit der Herausforderung konfrontiert, die Schüler entsprechend auf das Praktikum vorzubereiten.“

Neuheiten bringt die Lehrplanänderung nicht nur für die Auszubildenden, sondern auch für die Unternehmen der Umgebung, die mit einem größeren Ansturm von Praktikanten zu rechnen haben.

Lonyai: „Verbindlicher Charakter sehr positiv“

Problematisch könnte sich daher der Mangel an Praktikumsplätzen in der Umgebung erweisen. Andreas Lonyai, Oberwarter HAK/HAS-Direktor, meint: „Viele unserer Schüler haben auch ohne Verpflichtung Praktika gemacht. Prinzipiell finde ich den verbindlichen Charakter sehr positiv, da ein Praktikum eine ideale Ergänzung zum Unterricht darstellt. Wie viele Praktikumsplätze die Wirtschaftsstruktur hergibt, wird sich zeigen. Da wir mit vielen Betrieben zusammenarbeiten, können wir auf jeden Fall Hilfestellung anbieten.“

Christian Drobits: „Für den Fall, dass Schüler keine Stelle erhalten, werden sie für das entsprechende Jahr davon befreit.“