Erstellt am 19. September 2015, 09:45

Heiligenkreuz: Lange Nacht für Helfer. Mehr als 5.000 Menschen kamen am Samstag in Heiligenkreuz an. Kurz vor Mitternacht war die Lage vor Ort entspannt - rund 300 Flüchtlinge warteten auf ihre Weiterreise, 300 mehr wurden erwartet.

 |  NOEN, Nina Decker

Kurz vor Mitternacht in der Nacht auf Samstag traf die erste Buskolonne aus Ungarn in Heiligenkreuz ein, über die Nacht verteilt kamen weitere an. Heute morgen waren es laut Polizei 4.200 Menschen im Süden, auch in Nickelsdorf wurden bis Samstagfrüh 2.500 gezählt. Insgesamt kamen bis Samstagvormittag rund 6.700 Migranten im Burgenland an, über den ganzen Tag verteilt waren es mehr als 10.000 im gesamten Burgenland.
 

UPDATE: SAMSTAG - 23 Uhr

Von Entspannung wollen die Einsatzkräfte in Heiligenkreuz noch nicht reden, im Vergleich zum Nachmittag und Abend hat sich die Lage allerdings deutlich entspannt: Rund 300 Personen warteten gegen 22 Uhr noch auf Busse, gegen 23 Uhr kamen 300 weitere Menschen mit ungarischen Bussen an. Auf diese Ankünfte sind die freiwilligen Helfer gut vorbereitet, die Feldküchen laufen auf Hochtouren, auch Sachspenden sind ausreichend vor Ort.

x  |  NOEN

Etwas Sorgen bereitet der Polizei derzeit noch die Ankündigung, dass ein weiterer Zug mit bis zu 1.800 Menschen die österreichische Grenze ansteuert. Unklar ist allerdings, ob dieser Zug die Flüchtlinge in Norden nach Nickelsdorf oder in den Süden nach Heiligenkreuz bringen wird.

Direkt vor Ort stehen rund 1.000 Schlafplätze zur Verfügung, in der Nacht könnte es regnen. Das Gelände hinter den Tretgittern wurde von Flüchtlingen und freiwilligen Helfern gesäubert, im hinteren Bereich türmen sich Müllsäcke. Die Straße zur ungarischen Seite wird mit drei Polizeifahrzeugen, die Stoßstange an Stoßstange geparkt wurden, versperrt.

UPDATE: SAMSTAG - 19 Uhr

Laut Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil sind heute bereits rund 5.000 Flüchtlinge in Heiligenkreuz eingetroffen. Derzeit läuft der Weitertransport mit Bussen, auf ungarischer Seite in Szentgotthard warten bereits wieder 1.000 Menschen. Im Bedarfsfall stehen zur Unterbringung der Flüchtlinge über die Nacht zwei Hallen in der Umgebung zur Verfügung. Im ORF-Interview schließt Doskozil aber nicht aus, dass auch einige Menschen die Nacht im Freien verbringen müssen. Vor Ort stellen sich die Einsatzkräfte und freiwilligen Helfer auf eine lange Nacht ein. Laut Rot Kreuz-Pressesprecher Tobias Mindler wurden Nahrungsmittel in großem Stil angefordert.

x  |  NOEN, Nina Decker

Die Abreise der Flüchtlinge vom Bahnhof Jennersdorf in Richtung Deutschland verlief ohne Probleme. Den Menschen war die Erleichterung deutlich anzusehen.

UPDATE: SAMSTAG - 15.30 Uhr

Gegen 16 Uhr soll ein Sonderzug rund 900 Flüchtlinge vom Bahnhof Jennersdorf über Linz nach Passau bringen. Die ersten Busse sind soeben am Bahnhof Jennersdorf eingetroffen. Bereits um 11 Uhr war ein Sonderzug mit rund 450 Personen nach Salzburg gefahren. Am Grenzübergang in Heiligenkreuz warten derzeit aber noch einige tausend Menschen auf ihre Weiterreise.

x  |  NOEN

UPDATE: SAMSTAG - 14 Uhr

Derzeit befinden sich einige größere Flüchtlingsgruppen auf dem Fußmarsch auf der Bundesstraße zwischen dem Gewerbegebiet Heiligenkreuz in Richtung Eltendorf. Im Großen und Ganzen haben die Einsatzkräfte die Lage im Griff und sorgen für einen einigermaßen reibungslosen Ablauf.
 



Frauen und Familien mit Kindern werden zuerst versorgt. Dolmetscher des Bundesheeres, der Polizei und auch Flüchtlinge selbst versorgen die wartenden Menschen mit den nötigen Informationen.

 

Heute werden noch rund 3.000 Flüchtlinge im Südburgenland erwartet. Insgesamt soll Deutschland noch 4.000 Flüchtlinge aufnehmen, wie aus informierten Kreisen zu erfahren war. Von Heiligenkreuz will man so viele Flüchtlinge wie möglich weiterbefördern, da im Gegensatz zu Nickelsdorf nicht die nötige Infrastruktur für einen längeren Aufenthalt vorhanden ist.


UPDATE: SAMSTAG - 13:15

Tausende Flüchtlinge strömen derzeit über die Grenze nach Heiligenkreuz. Polizei und Rotes Kreuz sind im Einsatz. Ab und zu kommt es zu Handgreiflichkeiten und Panik, wenn die Menschen zu den Bussen drängen, die sie weiterbefördern sollen. Flüchtlinge, die handgreiflich werden, werden von der Polizei in Gewahrsam genommen. Dringend gebraucht werden derzeit Ärzte, sowie Kleidung und Lebensmittel.
Um 15.15 Uhr soll ein Sonderzug vom Bahnhof Jennersdorf direkt nach Deutschland abfahren.


Rund 1.000 Personen wurden noch in der Nacht mit Bussen von Heiligenkreuz nach Wien und Graz gebracht. Auch in Nickelsdorf warteten zahlreiche Menschen auf Busse, Zwischenfälle gab es keine, alles lief geordnet ab. "Derzeit sind auf dem ganzen Gelände hier in Nickelsdorf verteilt etwa 1.000 bis 1.500 Flüchtlinge. Es läuft hier relativ ruhig ab. Die Flüchtlinge werden wie bisher vom Roten Kreuz und vom Bundesheer versorgt", berichtete Polizeisprecher Helmut Marban.

Am Samstagvormittag sollen Flüchtlinge mit Bussen zum Bahnhof nach Mogersdorf gebracht werden und dann mit einem Sonderzug nach Graz weiterreisen. Wie viele Flüchtlinge im Lauf des Tages noch eintreffen werden, ist derzeit nicht bekannt. Die Einsatzkräfte und die freiwilligen Helfer waren gut vorbereitet - bereits für die ersten ankommenden Busse gegen Mitternacht gab es warme Suppe. "Die Herausforderung in Heiligenkreuz besteht darin, die große Anzahl von Flüchtlingen schnell weiterzubringen", sagt Polizeisprecher Marban.

Aktuelle Informationen, ob Helfer benötigt werden, gibt es auf den Facebook-Seiten des Roten Kreuz Burgenland. In Heiligenkreuz werden derzeit keine weiteren Helfer benötigt, was sich aber in der Nacht von heute auf morgen ändern könnte, wenn der Zustrom weiter anhält. Der Informationsfluss seitens der ungarischen Behörden ist laut Marban "vorhanden, könnte aber besser sein". Der Ansturm über Nacht sei jedenfalls "überraschend" gewesen.