Erstellt am 15. September 2015, 07:26

von APA Red und Michael Pekovics

Weitere Autobusse und Bundesheer eingetroffen. Auf ungarischer Seite beim Wirtschaftspark Heiligenkreuz ist bis zum frühen Montagabend nur ein weiterer Autobus mit etwa 70 Flüchtlingen, unter ihnen rund 20 Kinder, angekommen.

 |  NOEN, Nina Decker

UPDATE Mittwoch 10:45 Uhr:

Die Bahnhöfe und die dortigen Helfer stehen am Rande ihrer Kapazitäten. Derzeit versuchen zahlreiche Flüchtlinge in Taxis oder mit Hilfe privater Initiativen österreichische – insbesondere Wiener – Bahnhöfe zu erreichen.

Es besteht die Gefahr, dass diese unkoordinierte Weiterreise die Kapazitäten der Bahnhöfe und der dort arbeitenden Helfer übersteigt. „Wir ersuchen eindringlich Taxifahrer und Privatpersonen davon abzusehen, Flüchtlinge zu den Bahnhöfen zu bringen“, sagt Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes. „Die Flüchtlinge müssen wir bitten, auf die Zusagen der deutschen und österreichischen Regierungen zu vertrauen, dass sie ihre Reise innerhalb Europas fortsetzen können. Das funktioniert dann am besten, wenn es koordiniert vonstatten geht.“

UPDATE Dienstag 19:45 Uhr: 

Nach einem eher ruhigen Dienstag hat es am Abend in Heiligenkreuz noch einmal gehörig Bewegung gegeben. Binnen einer Stunde trafen etwa 500 Flüchtlinge ein. Sie waren mit sechs Gelenkbussen nach Szentgotthard auf ungarischer Seite der Grenze transportiert worden. Unter den Flüchtlingen waren wieder viele Familien mit Kindern.

Es sei der Plan, die Menschen noch am Abend von Heiligenkreuz in Quartiere zu bringen, sagten die Polizeisprecher Gerald Koller und Detlef Polay. Die Kapazitäten seien vorhanden, was für den Transport wie für Unterkünfte in der näheren Umgebung gelte. Untergebracht werden sollten die Flüchtlinge demnach vorerst in Oberwart, Mogersdorf (Bezirk Jennersdorf) und Strem (Bezirk Güssing).

Zelte weiterhin nicht benötigt

Die vom Bundesheer am Montagabend und in der Nacht auf Dienstag unmittelbar an der Grenze aufgestellten Zelte wurden weiterhin nicht benötigt. Dort standen u.a. 200 Feldbetten bereit. Außerdem sind die Zelte als Schutz bei allfälligem Schlechtwetter gedacht.

UPDATE Dienstag14 Uhr

Im Gegensatz zu gestern befinden sich heute kaum Flüchtlinge in Heiligenkreuz. Über die Nacht und im Lauf des Tages kamen rund 600 Menschen an, die Kapazität an Einsatzkräften bleibt aber aufrecht. So wie in den vergangenen Tagen kann derzeit niemand einschätzen, wie sich die Lage entwickeln wird.

UPDATE Dienstag 7 Uhr:
Heer baut 28 Zelte auf

In der Nacht sind wieder einige hundert Menschen in Heiligenkreuz eingetroffen, alle wollen weiterreisen. Im Vergleich zu gestern war die Nacht ruhig, mittlerweile hat das Bundesheer auch 28 Zelte mit Feldbetten aufgestellt, 250 Schlafplätze stehen zur Verfügung. Die Flüchtlinge werden mit Tee, Essen und Decken versorgt, mit Bussen werden sie in Übergangsquartiere gebracht. Im Lauf des Tages dürfte die Anzahl der ankommenden Menschen wieder steigen, jenseits der Grenze sind wieder Busse angekommen.

UPDATE Dienstag 1 Uhr

Die Ströme sollten nach Nickelsdorf geleitet werden, sagte ein Polizeisprecher. Die Zahl der Polizeikräfte in Heiligenkreuz wurde auf etwa 20 reduziert. Untertags waren bis zu 120 Beamte aufgeboten.


UPDATE Montag 23 Uhr:

4.300 am Montag über Grenze – umgehend weitergebracht

Beim Wirtschaftspark in Heiligenkreuz im Lafnitztal (Bezirk Jennersdorf) haben am Montag bis zum späten Abend etwa 4.300 Flüchtlinge die österreichische Grenze überquert. Diese Zahl nannte Polizeisprecher Gerald Koller auf Anfrage.

Der vor allem in den Montag-Morgenstunden starke Zustrom ebbte im Laufe des Tages deutlich ab. Dennoch kamen auch am Abend noch vereinzelt Autobusse mit Flüchtlingen auf ungarischer Seite bei Szentgotthard an. Von dort sind es nur einige Schritte nach Österreich.

Das Bundesheer, das am Abend ebenfalls in Heiligenkreuz eingetroffen war (siehe weiter unten), stellte zunächst nur zwei Zelte auf. Ursprünglich geplant waren 35.

Die Flüchtlinge bestiegen im Wirtschaftshof ausnahmslos Autobusse und wurden umgehend weitertransportiert. Wartezeiten gab es kaum.


UPDATE Montag 22 Uhr

Polizeisprecher Gerald Koller im Interview mit der BVZ: "In den Abendstunden wurden rund 300 Personen mit fünf Bussen nach Heiligenkreuz gebracht. Die Situation ist überschaubar, vor allem weil die Menschen nicht mehr in Massen aufs Gelände strömen. Die Flüchtlinge werden laufen abtransportiert, für Unterkünfte ist gesorgt. Personen, die auf dem Gelände bleiben, werden in Zelten untergebracht. Davon hat das Bundesheer 28 aufgestellt.“

x  |  NOEN, APA/Ernst Weiss

UPDATE Montag 20 Uhr:

Laut aktuellen Meldungen befinden sich derzeit rund 200 Flüchtlinge auf dem Fußmarsch in Richtung Heiligenkreuz. Treffen sie vor Mitternacht ein, werden sie nach Oberwart in die Messehalle gebracht, wo aktuell ausreichend Platz vorhanden ist. Freiwillige Helfer für die Nacht könnten sich nach wie vor beim Roten Kreuz melden.

UPDATE Montag 19.30 Uhr: Autobusse und Bundesheer eingetroffen

Auf ungarischer Seite beim Wirtschaftspark Heiligenkreuz ist bis zum frühen Montagabend nur ein weiterer Autobus mit etwa 70 Flüchtlingen, unter ihnen rund 20 Kinder, angekommen.

Gerüchte besagten, dass es sich um den letzten derartigen Transport aus dem Nachbarland an die österreichische Grenze handeln sollte. Eine Bestätigung dafür war nicht zu bekommen.

Ungarische Caritas verteilte Lunchpakete

Den Flüchtlingen wurden nach dem Aussteigen aus dem Gelenkbus ihre Dokumente ausgehändigt. Anschließend wurden sie von ungarischen Polizeibeamten die wenigen Meter zur Grenze geleitet.

Auf dem Areal des Wirtschaftsparks Heiligenkreuz wartete bereits ein Stockautobus, der die eben Angekommenen rasch weitertransportierte.



Auf ungarischer Seite unmittelbar an der Grenze sind seitens der Behörden des Nachbarlandes etwa 50 Zelte aufgestellt, die bis zum frühen Abend gänzlich ungenutzt blieben.

Wenige Meter vor dem Übergang zum Wirtschaftspark war auch die ungarische Caritas tätig und übergab Lunchpakete an die Flüchtlinge, die gern angenommen wurden. Ein junger Mann aus Syrien hatte zuvor im Gespräch mit der APA berichtet, dass es auf der mehrstündigen Fahrt von Röszke nichts zu trinken oder zu essen gegeben habe.

Hotline für Sach- und Zeitspenden eingerichtet

Das Rote Kreuz hat in Heiligenkreuz eine Hotline für Sach- und Zeitspenden (Tel.: 0664 / 8769144) eingerichtet, die kaum ruhig stand. Gefragt waren vor allem Decken und Socken, mitarbeitswillige Frauen und Männer wurden auf Wartelisten gesetzt. Personal gab es vorerst genug.

Das Warenlager für Sachspenden befindet sich am Straßenübergang Heiligenkreuz/Szentgotthard. Die Caritas ersuchte indes um Kleiderspenden (Tel.: 0664 / 9126995), die bei den Garagen hinter der Kirche in der Bezirksstadt Jennersdorf abgegeben werden können.

Heer wird 35 Zelte für Flüchtlinge errichten

Montagabend ist auch das Bundesheer in Heiligenkreuz eingetroffen. Der Auftrag laute, etwa 35 Zelte für eventuell weitere ankommende Flüchtlinge aufzustellen, sagte ein Sprecher.

Entgegen anderslautenden Gerüchten traf kurz danach ist auf ungarischer Seite am Wirtschaftspark Heiligenkreuz auch ein weiterer Autobus ein. An Bord waren etwa 50 Flüchtlinge.