Erstellt am 28. Mai 2014, 09:53

von Carina Ganster

Italiener wollen Otter. Region / Maßnahmen gegen den Fischotter wurden präsentiert – diese reichen vom Aufstellen eines Schutzzauns bis hin zur Umsiedlung des Otters nach Italien oder China.

Andreas Kanz, Landesrat Andreas Liegenfeld und Anton Koó präsentierten Maßnahmen zur Bestandsregulierung von Fischottern. Foto: Ganster  |  NOEN, Ganster
Dem im gesamten Gebiet der EU geschützten Fischotter geht es an den Kragen – der Otterbestand soll in den kommenden Jahren im Burgenland stark dezimiert werden. Der Grund liegt auf der Hand, vor allem Teichbesitzer aus dem Südburgenland laufen seit Monaten Sturm, weil die geschützten Otter viele Fischteiche im ganzen Land leer fischen.

Vernetzungstreffen der Fischereivereine initiiert

Das Otterproblem nahm SP-Landtagsabgeordneter Mario Trinkl zu Beginn des Jahres bereits zum Anlass und initiierte das erste Vernetzungstreffen der südburgenländischen Fischereivereine. Mehr als 100 Personen folgten der Einladung, horchten den Expertenvorträgen und unterschrieben eine Petition betreffend Schutz der heimischen Fischbestände und Erhalt der Artenvielfalt in den burgenländischen Gewässern, die an den Landtag weitergeleitet wurde.

Der zuständige Landesrat Andreas Liegenfeld (ÖVP) präsentierte nun ein Drei-Säulen-Programm (Beratung, Förderung und Umsiedlung) zur Bestandsregulierung. Ab sofort wird es einen Ombudsmann in Sachen Fischotter geben.

Finanzielle Unterstützung wird angeboten

Andreas Kranz wird für Beratung aller Betroffenen im Konflikt zwischen Fischotter, Teichwirt und Angler zuständig sein. Des Weiteren wird ab sofort eine finanzielle Unterstützung für ein otterdichtes Einzäunen der Teiche angeboten. Dafür stehen heuer 25.000 Euro zur Verfügung. Diese Förderung gibt es für jeden Teichwirt. Der Antrag ist bei der Landwirtschaftskammer einzubringen.

Ein weiterer Lösungsansatz für die Fischotterproblematik wäre die Umsiedlung der Tiere in andere Länder. Konkret interessiert an burgenländischen Fischottern ist ein Naturschutzgebiet in Italien, wo der streng geschützte Otter bereits ausgestorben ist. Aber auch China und Israel zeigen Interesse, die Tiere in ihr Land zu holen.


Maßnahmen

  • Fischotter-Ombudsmann

  • Förderungen von Einzäunungen im Burgenland für alle Teichwirte

  • Umsiedlungsprogramm außerhalb von Österreich