Erstellt am 06. April 2016, 05:44

von Carina Ganster

Polit-Streit um Gemüsegarten. Im Dezember noch mehrheitlich beschlossen, soll der geplante Gemeinschaftsgemüsegarten in Jennersdorf jetzt einem Wohnprojekt weichen. Grüne starten Unterschriftenaktion.

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Drei Stunden vor der Jennersdorfer Gemeinderatssitzung krachte es zwischen ÖVP und der Opposition wieder heftig.

Konzept von Student kam zu spät

Vizebürgermeister Bernhard Hirczy wollte einen Antrag für ein Wohnprojekt einbringen, dieser fand keine Zustimmung. Grund dafür: Vor vier Monaten hat der Gemeinderat einen Antrag von Grünen-Stadtrat Robert Necker und Vizebürgermeister Hirczy beschlossen, dass auf dem besagten Grundstück ein Gemeinschaftsgartenprojekt entstehen soll.

Für die Organisation des Projekts haben sich laut Necker der Naturschutzverein Auniwandn und die Arge Bäuerinnen – auf Wunsch von Bürgermeister Willi Thomas – beworben. Zuvor wollte ein Student ein Konzept für die Bewirtschaftung abgeben, laut Hirczy war das allerdings zu spät, erst nach der vorgegebenen Frist (Anfang Feber), eingebracht worden.

„Der Raffel-Garten soll wie beschlossen durch das Gemeinschaftsprojekt wieder als Garten genutzt werden und das Zentrum attraktiver machen. Für den Siedlungsbau gibt es auch andere Grundstücke“, argumentiert Necker.

SP: „In letzter Sekunde von Projekt erfahren“

Die SPÖ ist vor allem von der Art und Weise des Vizebürgermeisters verärgert. „In letzter Sekunde von einem Projekt zu erfahren und darüber abstimmen zu müssen ist nicht professionell, zudem weil ein gültiger Gemeinderatsbeschluss dafür nichtig gemacht werden sollte“, ärgert sich Stadträtin Karin Hirczy-Hirtenfelder, die sich aber bewusst ist, dass das Projekt bei der nächsten Gemeinderatssitzung von der ÖVP-Mehrheit ohnehin beschlossen wird.

Die Grünen wollen aber nicht aufgeben. „Wir denken über eine Unterschriftenaktion nach, damit das Gartenprojekt umgesetzt wird“, meint Robert Necker.

OSG-Chef Alfred Kollar ist von den Querelen nicht begeistert und bekräftig gegenüber der BVZ sehr wohl das Interesse, neue Wohnungen errichten zu wollen, „aber nicht auf biegen und brechen“ auf diesem Grundstück. Tage nach der Sitzung lenkt auch die ÖVP ein und versucht mit einem Kompromiss den Streit zu schlichten.

„Das Grundstück wäre insofern passend, da das OSG-Projekt mit einem Baurechtsvertrag umgesetzt werden sollte. Das Wohnobjekt würde nach 35 Jahren ins Eigentum der Gemeinde übergeben“, erklärt Hirczy.

Das Gartenprojekt wird, geht es nach Ortschef Thomas, an einem anderen Platz umgesetzt. Den Auftrag dafür erteile er in der nächsten Woche. „Das Wohnprojekt beschließen wir in der nächsten Sitzung und zwar im ehemaligen Raffel-Garten“, ist Thomas entschlossen.