Jennersdorf

Erstellt am 14. November 2016, 17:37

von Carina Fenz

Willi Thomas geht als Bürgermeister. Langzeitbürgermeister Willi Thomas überrascht mit seinem Rücktritt nicht wirklich. Mit 31. Dezember ist Schluss für den Ortschef der Stadtgemeinde Jennersdorf. Vize Bernhard Hirczy soll zum Nachfolger gewählt werden.

zVg

Gemunkelt wurde schon länger, bislang hat sich Langzeitbürgermeister Willi Thomas aber nicht in die Karten blicken lassen, ob er bei den Gemeinderatswahlen 2017 noch einmal kandidiert.

Als der Ortschef dann am Freitag der Vorwoche einen Stapel Briefe zur Post brachte, wurden die Gerüchte um seinen Rücktritt immer lauter. Aber warum hat es der Willi so spannend gemacht, fragten sich zahlreiche Stammtische übers Wochenende.

Am Montag wurde die Frage dann mit einer Nachricht im Postkasten beantwortet. „Es war mein ausdrücklicher Wunsch, die Menschen als erstes zu informieren, denen ich 24 Jahre gedient habe“, erklärt Willi Thomas, der jetzt nach Bekanntwerden seinen Rücktritt gar nicht mehr wehmütig ist.

„Ich gehe in Rente, obwohl daran muss ich mich schon noch gewöhnen“

Mit 31. Dezember ist Schluss als Bürgermeister und auch sein Mandat als Gemeinderat wird er nicht mehr zurücknehmen. „Ich gehe in Rente, obwohl daran muss ich mich schon noch gewöhnen“, schmunzelt Thomas.

Sein Resümee nach 24 Jahren im Amt fällt kurz und prägnant aus. „Ich habe versucht, gute Arbeit zu leisten und positiv die Entwicklung der Stadt mitzutragen. Hochwasserschutz, der Bau des Technologiezentrums und der Kanalbau haben mich oft an meine Grenzen gebracht“, spricht sich Thomas locker von der Seele.

„Für mich ist es in den letzten Jahren schon einfacher geworden, Dinge als wichtig oder nicht wichtig zu beurteilen. Mit der Zeit kommt die Routine und nach 39 Jahren in der Gemeindepolitik hat man viel davon“, sagt der 68-jährige.

"Bessere Nachfolge kann man sich nicht wünschen"

Sein Nachfolger, Vizebürgermeister Bernhard Hirczy, steht bereit, das Ruder in der Stadt zu übernehmen. „Einen besseren Nachfolger kann man sich nicht wünschen. Mit Bernhard Hirczy habe ich die vergangenen, fast zehn Jahre einen Nachfolger aufgebaut, der die Stadt und die Verwaltung in der Stadt kennt, wie kein Zweiter“, streut Thomas seinem Nachfolger Rosen.

Was er  ihm auf seine Reise als „Ortskaiser“ mitgeben will: „Den geordneten Haushalt bekommt er ohnehin, aber vor allem viel Verständnis und natürlich auch Nerven, aber die hat er eh schon in den letzten Jahren gebraucht“, lächelt Thomas vor sich hin. Dass es mit dem Bau des neuen Gemeindehauses unter seiner Amtszeit nicht geworden ist, stört ihn nicht.

"Stückchen Willi auch im neuen Gemeindehaus"

„Zeitlich hat es halt nicht gepasst, aber ein Stückchen Willi wird auch im neuen Gemeindehaus stecken“, meint Thomas, der seine Funktion als geschäftsführender Bezirksobmann des ÖVP-Seniorenbundes weiterhin ausüben möchte, aber vor allem viel Zeit mit der Familie verbringen will.

Bernhard Hirczy hingegen muss jetzt ordentlich anpacken, um sein Team für die Gemeinderatswahl 2017 aufzustellen, vorher, voraussichtlich im Jänner, muss er aber erst einmal zum neuen Bürgermeister gewählt werden.

Die Wahl Hirczys durch den Gemeinderat dürfte aber nur Formsache sein. Die ÖVP verfügt mit 15 von 25 Mandaten über eine komfortable Mehrheit. Hirczy ist seit 2012 Vizebürgermeister, ÖVP-Bezirksobmann und Landesobmann des ÖVP-Arbeitnehmerbundes ÖAAB. Seit 2015 ist er auch Abgeordneter zum Burgenländischen Landtag.