Erstellt am 11. Februar 2015, 07:56

von Michael Pekovics

Wenn aus „Roma“ „Krowod“ wird. Michael Pekovics über die noch immer vorhandenen Vorurteile im Kopf, was Roma angeht.

Abseits der würde- und stimmungsvollen Gedenkfeier anlässlich des 20. Jahrestags des Attentats von Oberwart gab es durchaus auch provokant bis kritische Stimmen. „Jetzt haben wir wieder 20 Jahre Ruhe“ war einer dieser Sätze, der vielleicht der Kälte geschuldet und (hoffentlich!) nicht so gemeint war, wie er gesagt wurde.

Denn viel zu oft passiert es noch, dass man zwischen „Roma“ und „Nicht-Roma“ unterscheidet – nicht vordergründig, aber dadurch erkennbar, dass man quasi umdenken „muss“. Ganz anders, als dies etwa im Fall von Burgenland-Kroaten oder -Ungarn der Fall ist. Irgendwie will diese Schranke im Kopf, was Roma betrifft, bei vielen einfach nicht verschwinden, was auch der Grund dafür sein dürfte, dass Roma viel zu oft betonen müssen, dass sie „eh“ arbeiten.

Natürlich hat sich im Vergleich zu vor 20 Jahren einiges geändert und in 20 Jahren fällt der oben erwähnte Satz vielleicht nicht mehr. Mittlerweile haben Roma gleiche Chancen im Schulsystem, was Basis für gesellschaftspolitische Veränderungen ist. Nächster Schritt ist dann der Arbeitsmarkt. Und irgendwann wird „Roma“ so etwas sein, wie „Krowod“ heute: Nur ein Wort.