Jennersdorf

Erstellt am 31. August 2016, 05:45

von Carina Ganster

Rathaus Jennersdorf: Plan ohne Plan. Nach Architektenwettbewerb wurde das Siegerprojekt präsentiert. Einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung des 2,4-Millionen-Euro-Projekts gibt es aber nicht.

Siegerprojekt. Vizebürgermeister Bernhard Hirczy, Architektin Barbara Katter, Architekt Hans-Peter Halbritter und Bürgermeister Willi Thomas präsentierten die Pläne für den Neubau des Rathauses. Foto: zVg/jdf-events.at  |  zVg/jdf-events.at

Fast zehn Jahre dauern die Diskussionen um den Neubau des Rathauses an. Mit der Präsentation der ersten Pläne für das kommunale Großprojekt ist die Stadtgemeinde der Umsetzung jetzt so nah wie noch nie. Das Architektenbüro Halbritter aus Neusiedl am See hat den im Frühjahr dieses Jahres ausgeschriebenen Architektenwettbewerb (zwölf Projekte wurden eingereicht) einstimmig für sich entschieden.

Kosten für Neubau betragen rund 2,4 Millionen

Das Siegerprojekt soll mit den Eigenschaften eines offenen Hauses, moderner Architektur, begrüntem Innenhof punkten und ein Ort der Begegnung werden. Das bisherige Gebäude ist nicht barrierefrei und weißt zahlreiche Mängel auf. In der vergangenen Woche wurden die Pläne der Öffentlichkeit und erst danach dem Gemeinderat präsentiert, was vor allem bei der Opposition für kurzzeitiges Kopfschütteln sorgte.

Neben den Büroräumlichkeiten für die Verwaltung, sollen eine Servicestelle, ein Multifunktionsraum, ein Bürger-Kompetenzzentrum und eine Bücherei entstehen. Auf Wunsch der Bevölkerung (Stichwort: Bürgerbeteiligung) wird das Rathaus am selben Platz errichtet, wie das jetzige. Die Nutzfläche des neuen Komplexes wird 1.462 Quadratmeter betragen, die Kosten für den Neubau rund 2,4 Millionen Euro.

Das neue Jennersdorfer Rathaus. Foto: zVg/jdf-events.at  |  zVg/jdf-events.at

Wie das Projekt finanziert wird, ist noch unklar. Mögliche Varianten, wie Leasingfinanzierung oder Kreditfinanzierung müssen erst geprüft werden. „Das ist die nächste große Aufgabe, die wir lösen müssen. In einem ersten Schritt werden wir das Gespräch mit der Landesregierung suchen“, erklärt Bürgermeister Willi Thomas, der einen Baubeginn nach den Gemeinderatswahlen 2017 anstrebt. Einen konkreten Zeitplan gibt es jedoch nicht.

Die Bauzeit wird etwa eineinhalb Jahre betragen, „Ausweichquartiere werden derzeit geprüft“, heißt es von Vizebürgermeister Bernhard Hirczy, der dafür mit Kosten von rund 100.000 Euro rechnet. Auch der Bauhof soll in der Nähe des Bahnhofes einen neuen Platz finden. Im Zuge der Neuerrichtung des Rathauses sollen im zweiten und dritten Stockwerk acht Wohnungen entstehen.

In einem weiteren Schritt soll das Kulturzentrum neu gebaut werden. Diese Pläne wurden im Zuge der Rathaus-Präsentation vorgestellt. Hier belaufen sich die Kosten auf rund drei Millionen Euro. Die Gemeinde will jetzt weiterhin mit der Belig eine Übernahme des KUZ ins Landeseigentum verhandeln.