Erstellt am 16. März 2016, 05:34

von Carina Ganster

Leber wächst nach: Einzigartige Operation. Chirurgen am LKH Graz retteten spektakulär die Leber eines Patienten – und damit auch sein Leben.

Kurt Leiner aus Jennersdorf mit dem Ärzteteam Philipp Metnitz, Peter Kornprat, Hans-Jörg Mischinger und Azab Mohamed El-Shabrawi. Foto: zVg/Kanizaj/LKH Graz  |  NOEN, zVg/Kanizaj/LKH Graz

Als er vor drei Wochen ans Klinikum Graz gekommen ist, hatte der schwerkranke Kurt Leiner aus Jennersdorf die Hoffnung aufs Gesundwerden schon fast aufgegeben. Ein bösartiger Tumor breitete sich in der Leber des 61-Jährigen aus, sowohl der rechte als auch der linke Lappen des Organs waren großflächig befallen.

Weniger als ein Viertel der Leber war noch gesund. 25 Prozent – so viel gesundes Gewebe muss allerdings vorhanden sein, um eine Überlebenschance zu haben.

Zwei Operationen in vier Tagen

Eine einfache Entfernung des Tumors war für das Chirurgenteam rund um Hans-Jörg Mischinger keine Option. „Wir haben uns daher zu diesem schwierigen Eingriff entschieden, der äußerst hohe Risiken mit sich bringt“, sagt Mischinger, Vorstand der Univ.-Klinik für Chirurgie. „Wir wussten aber auch, wenn uns die Operation gelingt, ist der Patient gesund.“ Genauso war es.

Bei der ersten Operation am 8. Februar wurde die kranke Leber geteilt. Bereits nach vier Tagen auf der Intensivstation im künstlichen Tiefschlaf folgte die zweite Operation. Dabei wurde die vom Tumor befallene Fläche entfernt.

Nur etwa eine Handvoll solcher Operationen findet weltweit jährlich statt. „Hauptrisiken dieses Eingriffs sind die einer Blutvergiftung beziehungsweise die eines Leberversagens. Generell gilt die Operation als sehr risikoreich und immens schwierig, nur hoch spezialisierte Chirurgen wagen sich da heran. Am Klinikum Graz haben wir das Glück, in jedem Bereich genau solche Experten zu haben und gemeinsam auch solche Fälle zu meistern“, sagt Hans-Jörg Mischinger.

Zum Glück für den Jennersdorf Kurt Leiner, der nach nicht einmal einem Monat stationären Aufenthalts nach Hause darf, als gesunder Mann.