Erstellt am 29. Juli 2015, 06:11

von Carina Ganster

Ort hilft Flüchtlingen. Unterkunftgeber und Ortschef rufen die Bevölkerung dazu auf, Flüchtlinge zu gemeinnützigen Tätigkeiten einzusetzen.

 |  NOEN, © Alexandra Gruber
Aufgrund der dramatischen Situation von tausenden Flüchtlingen, die derzeit über die EU-Außengrenzen nach Österreich kommen, sind die Erstaufnahmezentren maßlos überfüllt. „Die Aufteilung auf die einzelnen Bundesländer funktioniert nicht wie gewünscht und die Einführung von Quoten in den einzelnen Bezirken konnte seitens der Bundespolitik nicht geregelt werden“, kritisiert auch Ortschef Helmut Sampt.

Wie die Integration von Flüchtlingen funktioniert, zeigt seine Gemeinde derzeit. Der gebürtige Rumäne Teodor Pop, der selbst als Kind nach Österreich gekommen ist, betreut in Minhof Liebau seit vier Wochen zehn Flüchtlinge aus dem Irak und das, wie Bürgermeister Helmut Sampt meint, „mehr als vorbildlich.“ „Nur weil Pop selbst in dieser Lage war, weiß er, wie wichtig der erste Eindruck und die Reaktion der Bevölkerung sind“, erklärt Sampt, der jetzt seine Bevölkerung aufruft, den Flüchtlingen Beschäftigung zu geben, um ihren Alltag kurzweilig zu halten.

"Fremde nicht von vornherein ausgrenzen"

Um das zu ermöglichen, möchte der Unterkunftgeber gemeinsam mit dem Ortschef die Bevölkerung ins Boot holen. „Konkret geht es darum, dass die Flüchtlinge für ehrenamtliche, gemeinnützige Tätigkeiten herangezogen werden könnten, wie Mäharbeiten oder auch als Erntehelfer“, erklärt Pop, der sich der Flüchtlingsbetreuung gewidmet hat, weil er etwas zurückgeben möchte. Wer also helfen will, kann sich beim Gemeindeamt in Minihof Liebau melden.

Was Bürgermeister Helmut Sampt zum Thema Flüchtlinge noch auf den Lippen brennt: „Ich plädiere dafür, Fremde nicht von vornherein auszugrenzen und ihnen wirklich die Möglichkeit von Hilfeleistungen in Betracht zu geben, nicht übermäßig zu reagieren und aufmerksam zu bleiben. Niemand weiß, in welche Lage man selbst einmal kommt. Respekt ist etwas, das jeder Mensch verdient.“