Rudersdorf

Update am 09. November 2016, 07:50

von Carina Ganster

Rudersdorf ist in Geldnot. Gemeinde konnte Stromabschaltung und Klage der OSG abweisen. Mitarbeiter warten seit einer Woche auf die Auszahlung der November-Löhne.

Rudersdorfs Bürgermeister Franz E. Tauss (ÖVP).  |  Carina Ganster

Strem, Heiligenkreuz und zuletzt Eberau – drei südburgenländische Gemeinden, die in den vergangenen Jahren durch einen vom Land auferlegten Sparkurs wieder auf einem guten Weg sind, ihre finanzielle Misere auf gesunde Beine zu stellen. Mit der Gemeinde Rudersdorf hat es jetzt neuerlich eine südburgenländische Kommune getroffen, die sich in akuter Geldnot befindet.

Stromabschaltung in der Volksschule abgewendet

Während die Streitigkeiten zwischen SPÖ und ÖVP bezüglich der Kanal-Causa (die BVZ berichtete) in die nächste Runde gehen, hat der Ort aktuell mit noch größeren Problemen zu kämpfen. Während eine drohende Klage der OSG wegen offener Verbindlichkeiten in der Höhe von rund 100.000 Euro und auch eine von der Energie Burgenland angedrohte Stromabschaltung in der Volksschule abgewendet werden konnte (Unterlagen liegen der BVZ vor), warten die Gemeindebediensteten seit 1. November auf ihre Löhne und Gehälter.

Vizebürgermeister Ewald Schnecker (SPÖ) hat die Gemeindebevölkerung in einer Postwurfsendung Mitte Oktober auf die „nicht ausreichende Liquidität“ hingewiesen und fordert nun die Konsolidierung des Gemeindehaushaltes. Ortschef Franz E. Tauss (ÖVP), der sich mit 31. Dezember als Bürgermeister zurückzieht und mit 31. Jänner auch als Amtsleiter in Pension geht, sieht die Lage aber „nicht angespannt“.

Gehälter: „Termin werden wir einhalten“

„Wir haben vom Land einen klaren Auftrag erhalten und den setzen wir Schritt für Schritt um“, erklärt Tauss, der beispielsweise die Klagsandrohung der OSG, ebenso wie OSG-Obmann Alfred Kollar, als „Missverständnis“ bezeichnet. Zu den nicht bezahlten Gehältern wollte sich Tauss vorerst nicht äußern, gab dann aber an, dass „das Land die Ausbezahlung bis zum 15. des Monats“ vorgegeben hat: „Den Termin werden wir auch einhalten. Der November ist der erste Monat, in dem wir die Löhne erst Mitte des Monats ausbezahlen“, meint Tauss.

Auf die Frage, wie es zum finanziellen Schlamassel gekommen sei, antwortet Tauss: „Wir haben viel investiert, die Stabilität der Gemeinde war immer gewährleistet, jetzt ist der Rahmen ausgeschöpft. Wir haben aber einen klaren Auftrag vom Land und werden den Finanzplan bis 2021 einhalten. Die Haushaltskonsolidierung sollte schon vorher erfolgen“, sagt Tauss.

Einen offiziellen Nachfolger für Tauss gibt es derzeit noch nicht. Ob es ein schweres Erbe für ihn wird? „Nein, mein Nachfolger hat eine klare Linie“, schaut Tauss weiterhin positiv in die Zukunft der Gemeinde.

Wie die BVZ gestern Dienstag, nach Redaktionsschluss, erfahren hat, wurden die Löhne und Gehälter bereits überwiesen.