Erstellt am 07. August 2013, 00:00

Raffel unter‘m Hammer. Die Wüstenrot hat die Zwangsversteigerung des Traditionsbetriebes eingebracht. Gemeinde muss nun um KUZ-Kauf zittern, die Vorzeichen stehen nicht gut.

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Von Carina Ganster

Jetzt ist es also traurige Gewissheit, der Raffel wird versteigert. Die Wüstenrot als größter Gläubiger hat einen entsprechenden Antrag zur Zwangsversteigerung bei Gericht eingebracht. Dies bestätigt auch Verlassenschaftskurator Werner Dax gegenüber der BVZ.

„Die Schätzung des Gebäudes soll am 27. August erfolgen. Dann wird ein Termin für die Zwangsversteigerung festgelegt“, erklärt Dax. Auch wenn die Zwangsversteigerung laut Dax fast nicht mehr abzuwenden ist, hofft Bürgermeister Willi Thomas auf ein „sanftes Ende der Causa“. Zumindest für die Gemeinde, denn die hat, wie bereits berichtet, vor einem Jahr im Gemeinderat die Option auf den Kauf des Kulturzentrums gezogen. „Wir haben ein Kaufangebot für das Kulturzentrum gelegt und haben weiter Interesse am Objekt. Daran setzten wir unsere Hoffnung“, meint Ortschef Willi Thomas.

Finnisches Konsortium an Liegenschaft interessiert

Weniger optimistisch sieht der Verlassenschaftskurator die Causa. „Egal ob in der letzten Minute ein Käufer die Zwangsversteigerung abwendet oder die Versteigerung ins Haus steht, wird das Objekt im Ganzen verwertet. Sprich, das Seminarhotel und das Kulturzentrum gemeinsam“, meint Dax. Davon will jedoch Thomas nichts wissen. „Das ist unmöglich, weil wir eine Option auf das KUZ haben“, pocht der Ortschef auf sein Recht.
Ob die Gemeinde im Falle einer Versteigerung Interesse am gesamten Objekt hat, wollte Willi Thomas gegenüber der BVZ nicht sagen. Hinter vorgehaltener Hand war aus Insiderkreisen zu erfahren, dass ein Konsortium die gesamte Liegenschaft erwerben möchte. Dabei soll es sich aber nicht um die finnische Gruppe handeln, die das Life Resort gekauft hat. Die Interessenten haben die Absicht, einen Stadtwellnesstempel zu errichten.

Wie die BVZ bereits berichtete, wurde im Sommer des Vorjahres zunächst die Betreibergesellschaft des Seminarhotels zahlungsunfähig. Kurze Zeit später starb Wirt und KUZ-Besitzer Ernst Kampel-Kettner.