Erstellt am 15. Januar 2014, 23:59

von Carina Ganster

Stadt sucht Ärzte. Ausschreibung / Zwei offenen Kassenarztstellen wurden in der Stadt nicht besetzt. Jetzt werden die Stellen neu ausgeschrieben.

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Von Carina Ganster

JENNERSDORF / Für Unmut unter der Bevölkerung sorgt die Tatsache, dass zwei ausgeschriebenen Kassenarztstellen (Allgemeinmediziner und Facharzt für Gynäkologie) weiterhin nicht besetzt werden. Nicht, dass es so wäre, dass die Stellen eingespart werden, nein, es hat sich auf die Ausschreibungen der Ärztekammer, die bis 29. November des vergangenen Jahres gelaufen sind, niemand gemeldet. „Stimmt nicht“, sagt der Präsident der Ärztekammer Burgenland Dr. Michael Lang: „Es gab sehr wohl Bewerber für beide Stellen, aber diese haben ihre Bewerbung zurückgezogen. In den kommenden Tagen werden die Stellen neu ausgeschrieben“, erklärt Lang.

Vernünftige Angebote sollen Arbeiten schmackhafter machen

Fakt ist, dass beide Ordinationen in Jennersdorf seit Beginn des Jahres geschlossen sind. Einen Facharzt für Gynäkologie, der einen Kassenvertrag hat, gibt es derzeit im gesamten Bezirk nicht. Bei den Allgemeinmedizinern herrscht weniger Sorge bei den Patienten. In der Stadt alleine gibt es derzeit zwei Ärzte mit Kassenvertrag, die für Patienten ganz normal zu erreichen sind, nämlich die Ordinationen von Dr. Peter Thomas und die von Dr. Wolfgang Gangl.

Hinter vorgehaltener Hand war zu erfahren, dass Patienten der geschlossenen Praxen, zu ihren Befunden und Rezepten nur schwer Zugang haben. „Wir wollen hier rasch zu einer Lösung zu kommen“, sind sich Bürgermeister Willi Thomas und Vizebürgermeister Bernhard Hirczy einig. „Alleine die Tatsache, dass in der benachbarten Steiermark die Ärzte mit Kassenstelle bessere Verträge erhalten, muss überdacht werden. Wir müssen den Ärzten bei uns im Burgenland mit vernünftigen Angeboten das Arbeiten wieder schmackhafter machen“, fordert Hirczy.

Ärztekammer-Chef  für Gruppenpraxen

Mit dieser Problematik ist auch der Präsident der Ärztekammer vertraut. „Der Ärztemangel macht sich in peripheren Regionen bemerkbar. Gab es früher auf eine Stelle zehn Bewerber, sind es jetzt drei. Auch die schlechte finanzielle Schiene ist für einen niedergelassenen Arzt Thema, weil ein Kassenarzt im Durchschnitt nur 50 Prozent seiner Arbeit entlohnt bekommt. Zukünftig sollte man über Gruppenpraxen nachdenken, dieses Modell funktioniert in Vorarlberg beispielsweise gut. Dann ist der Arzt auch kein Einzelkämpfer mehr“, meint Lang.