Erstellt am 18. März 2015, 05:15

von Carina Ganster

Immer mehr Anzeigen: Kampf um Uhudler. Nun ermittelt Korruptionsstaatsanwaltschaft in der „Uhudler-Causa“ gegen Bezirkshauptfrau Nicole Wild. Außderm gibt es eine zweite Anzeigenwelle gegen Winzer.

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Auch wenn zahlreichen Uhudler-Winzern wegen der von der Bezirkshauptmannschaft ausgestellten Rodungsbescheide (

), das Wasser bis zum Hals steht, geben sie sich weiterhin kämpferisch.

Kaiser: „Gemeinsam einen Weg finden“

„Wir tun alles dafür, um den Uhudler am Leben zu erhalten. Gemeinsam mit Politik und Gesetzgebung werden wir einen Weg finden“, ist Harald Kaiser, Obmann des Uhudlervereines trotz der schlechten Stimmung positiv. Und sagt das vor dem Hintergrund einer neuerlichen Anzeigenwelle.

Für die Winzer besteht die Möglichkeit, Beschwerde gegen diese Rodungsbescheide beim Landesverwaltungsgericht zu erheben. Die Uhudler-Winzer haben die Bescheide nach anonymen Anzeigen bekommen, weil sie Neuauspflanzungen gemacht haben. Diese sind laut der EU-Weinmarktordnung seit 2003 gesetzlich verboten.

Alle Winzer berufen gegen Bescheide

„Alle Winzer haben gegen die Bescheide berufen“, bestätigt Güssings Bezirkshauptfrau Nicole Wild, die jetzt ebenfalls im Mittelpunkt einer anonymen Anzeige steht. Gegen die Behördenleiterin wurde anonyme Anzeige wegen „Untätigkeit“ erstattet.

Der Kritikpunkt: Es seien in der Causa keine Verwaltungsstrafen verhängt worden. „Derzeit ermittelt die Korruptionsstaatsanwaltschaft“, bestätig Wild, die sich jedoch mit dem Hinweis auf ein „laufendes Verfahren“ nicht weiter äußern will.

1.500 Personen unterschrieben Petition

Wie die Uhudler-Winzer selbst, setzt sich jetzt auch die Wein Burgenland-Marketing Gesellschaft für den Erhalt des Uhudlers ein. Eine Studie soll im Wesentlichen aus drei Teilbereichen bestehen, nämlich dem     wissenschaftlichen Teil, der Marktpotenzialerhebung und der Erhebung von rechtlichen Rahmenbedingungen.

„Diese Studie soll die Situation sowie die Vorbehalte und Vorwürfe rund um den Uhudler und einzelne Rebpflanzen umfassend, wissenschaftlich und detailliert beleuchten und ausräumen, aber auch gesetzliche Veränderungen argumentieren zu können“, sagt Agrarlandesrat Andreas Liegenfeld.

Der Verein „Initiative Kellerviertel Heiligenbrunn“ versucht indes mit einer Petition ans EU-Parlament die Erhaltung des „Kulturgutes Uhudler“. Auf der Homepage www.avaaz.org haben bislang rund 1.500 Personen für den Erhalt unterschrieben. Die Initiative „Rettet den Uhudler“ auf Facebook unterstützen bislang rund 4.100 Menschen.

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