Erstellt am 11. September 2015, 13:13

von Carina Ganster

Tausende Flüchtlinge kommen im Südburgenland über die Grenze. Im Laufe des heutigen Tages werden laut Polizei im Burgenland weitere 7.000 ankommende Flüchtlinge erwartet.

 |  NOEN, Michael Pekovics

UPDATE:

Die Lage im Südburgenland hat sich im Moment beruhigt. Aktuell werden keine weiteren Flüchtlinge erwartet. 150 Menschen werden derzeit in Moschendorf mit Essen versorgt.

Sollte es doch noch zu einem weiteren Flüchtlingsansturm kommen, stehen die Einsatzkräfte und freiwilligen Helfer vor Ort bereit. Auch Unterkünfte in verschiedenen Gemeinden des Südburgenlandes stehen zur Verfügung. Sachspenden werden weiterhin in der Rot Kreuz-Bezirksstelle Güssing entgegengenommen. 


Mehr als 3.700 Flüchtlinge trafen am Freitag laut Landespolizeidirektion Burgenland zwischen Mitternacht und 6 Uhr früh in Nickelsdorf ein. Am Donnerstag waren es insgesamt rund 8.000 Menschen.

Grenzübergang bei Körmend im Visier

Laut Auskunft des Roten Kreuzes und der Landespolizeidirektion Burgenland werden im Laufe des heutigen Tages mehrere tausend Flüchtlinge über die ungarische Grenze bei Körmend ins Südburgenland kommen.

Passende Unterkünfte werden gesucht

Aktuell ist das Rote Kreuz gerade auf der Suche nach Unterkünften für die erwarteten Flüchtlinge.

„Wir sind derzeit dabei, alle Gemeinden des Bezirks zu kontaktieren, um mögliche Unterkünfte zu finden“, erklärt Polzer. Die Gemeinden Moschendorf, Güssing, Eberau und Heiligenkreuz haben bereits Unterkünfte zugesagt.

Das Rote Kreuz versorgt die Menschen mit Nahrung und Decken. Es gebe laufend Nachschub, sagte Tobias Mindler vom Roten Kreuz. Sachspenden werden nach Auskunft des Roten Kreuzes derzeit keine benötigt.

„Sachspenden werden über unsere Logistik angeliefert, die Ressourcen reichen derzeit aus“, heißt es auch von Einsatzleiter Hans Peter Polzer.

Arzt wird derzeit dringend gesucht

In Moschendorf treffen laufend Flüchtlinge ein, es herrscht Ausnahmezustand. Die Menschen, der Großteil stammt aus Syrien, werden 15 Kilometer vor der Grenze von den ungarischen Polizeibeamten abgesetzt, den Rest des Weges nach Österreich müssen sie zu Fuß bewältigen.

Das Rote Kreuz und die Einsatzkräfte organisieren Feldbetten. Dringend gesucht wird ein Arzt, der die Flüchtlinge vor Ort medizinisch betreut. Auch freiwillige Helfer, sowie Decken, Kleidung, stilles Mineralwasser werden benötigt.

RK sammelt Sachspenden in Güssing

Landesrätin Verena Dunst und ihre Mitarbeiter sind vor Ort, um zu helfen, sie bereiten Brote für die Menschen vor.

Warme Kleidung, Socken, Schuhe und Decken werden derzeit am dringendsten benötigt, da viele Flüchtlinge durchnässt in Moschendorf ankommen. Das Rote Kreuz bittet darum, die Sachspenden in der Bezirksstelle Güssing abzugeben. Dort werden sie sortiert und koordiniert verteilt.

http://www.roteskreuz.at/bgl/mitmachen/mitarbeit/fluechtlingsbetreuung/

Derzeit sind rund 750 Flüchtlinge auf dem Weg von Körmend (Ungarn) nach Moschendorf. Dort bereitet man sich weiter auf die Versorgung der Menschen vor, so wird gerade eine Feldküche aus Niederösterreich ins Südburgenland gebracht.

Mittlerweile haben die Bürgermeister im Südburgenland Unterkünfte für die Flüchtlinge organisiert, in Eberau steht der Turnsaal des Josefinums zur Verfügung, in Eisenberg soll die Halle als Erstaufnahme- und Erstversorgungsquartier dienen.

Die Ortschefs von Deutsch Kaltenbrunn und St. Martin sind ebenfalls im Einsatz, um Quartiere zur Verfügung zu stellen. In Strem kann der Saal laut Gemeinde im Altenwohnheim für die Unterbringung von Flüchtlingen genützt werden. Das Rote Kreuz lobt die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung.


Stimmen der Bürgermeister

Bürgermeister Eberau, Johann Weber: „Die Gemeinde Eberau kann den Tursaal im Josefinum unterbringen.“
 
Bürgermeister Strem, Bernhard Deutsch: „Wir stellen Räumlichkeiten im Seniorenzentrum zur Verfügung, da gibt es auch die Möglichkeit die Flüchtlinge zu verköstigen. Wir sind aktuell dabei, alles vorzubereiten.“

Bürgermeister Edi Zach, Heiligenkreuz: „In der Erstaufnahmestelle können wir nicht mehr als 70 aufnehmen. Die Grenzlandhalle können wir nicht zur Verfügung stellen, da es aus Sicherheitstechnischen Gründen (Baustelle) nicht möglich ist.“
 
Eberaus Amtsleiter Josef Schreiner: „Wir haben, nach Rücksprache mit dem Bürgermeister und dem Direktor, die Möglichkeit, Flüchtlinge im Turnsaal des Josefinums unterzubringen“
 
Eisenbergs Bürgermeister Franz Wachter: „Wir können zur Erstaufnahme und Erstversorgung der Flüchtlinge die Eisenberger Halle zur Verfügung stellen“