Erstellt am 08. März 2013, 12:30

Treffen anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März 2013. Der Frauentag ist für uns ein Feiertag und ein Kampftag: Was haben wir Frauen erreicht? Worauf können wir stolz sein? Und welche Herausforderungen warten noch auf uns?

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Beim Treffen der SPÖ Frauen des Bezirkes Jennersdorf erörterte man diese Fragen, hielt Rückschau, aber auch Vorschau für die weiteren Ziele der SPÖ Frauen. Bezirksfrauenvorsitzende Brigitte Pugger, ihre Stellvertreterinnen Andrea Reichl und Ursula Prem, sowie Lucia Salber leiteten die rege Diskussion und informierten ausführlich.
„Frauen dringen Schritt für Schritt in alle Bereiche des Lebens vor, und das ist gut so. Wir sind so gut ausgebildet wie nie zuvor und haben dank der Errungenschaften der vergangenen Jahre und Jahrzehnte viele Möglichkeiten und Chancen. Gleichbehandlungsgesetz, Einkommenstransparenz, Frauenquoten an der Uni und in staatsnahen Unternehmen, um nur einige Beispiele zu nennen. Aber das Leben ist viel zu kurz, um sich damit zufrieden zu geben, so alle oben genannten unisono.



„Daher: Machen wir uns gemeinsam für unsere Rechte stark, seien wir laut und lästig!“
Es ist allen im Bezirk Jennersdorf ein großes Anliegen, Frauen umfassend aufzuklären, Impulse für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu setzen, sowie auf Stressfaktoren im Alltag aufmerksam zu machen. Frauenpower soll erhalten bleiben, mit unserem Programm möchten wir einen Anstoß geben, damit Frauen ihre Power erhalten und noch selbstbewusster durchs Leben gehen“, so die SPÖ Frauen, unisono mit Lucia Salber. Dass, das Thema auch von den Männern ernst genommen wird, beweisen der Bezirksvorsitzende LAbg. Ewald Schnecker und LAbg. Mario Trinkl ständig mit Ihren Besuch bei den SPÖ Bezirksfrauensitzungen.



Hintergrund
Der Internationale Frauentag steht für den langen Kampf der Frauen für eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft. Forderten die Frauen früher das Wahlrecht oder bessere Arbeitsbedingungen für Fabrikarbeiterinnen, so stehen heute die faire Aufteilung der unbezahlten Arbeit oder Halbe-Halbe bei Führungspositionen im Zentrum der Anstrengungen. Auch die Forderung der ersten Stunde nach „gleichem Lohn für gleiche Arbeit“ ist bis heute aktuell.

Erster Internationaler Frauentag: 19. März 1911
Die Wurzeln des Internationalen Frauentags liegen in der Tradition proletarischer Frauenkämpfe. 1910 wurde von der 2. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen und auf Initiative von Clara Zetkin die alljährliche Durchführung eines internationalen Frauentages festgelegt, der sich gegen die mehrfache Ausbeutung von Frauen richtete.

Im März 1911 fand der erste Frauentag in Österreich
statt. 20.000 Frauen demonstrierten damals auf der Wiener Ringstraße für ihr Wahlrecht, für eine Sozialversicherung für Frauen und einen besseren Arbeiterinnenschutz. Seit 1921 wird der Internationale Frauentag am 8. März als Feiertag und Kampftag begangen.
Wichtige Errungenschaften
  • Arbeiterinnenrechte
  • Frauenwahlrecht 1919
  • Fristenregelung 1975
  • Familienrechtsreform 1975
  • Gleichbehandlungsgesetz 1979
  • Gewaltschutzgesetz 1996
  • Ausbau der Kinderbetreuung
  • Eingetragene PartnerInnenschaft 2010
  • Einkommenstransparenz 2011
  • Frauenquoten im öffentlichen Dienst, in den staatsnahen Unternehmen und an den Unis
  • Pflegefreistellung 2012
  • Familienrechtspaket 2013
 
Wünsche und Forderungen
Arbeit und Bildung, Familie und Gesundheit, Sicherheit und öffentlicher Raum standen auch im Zentrum einer Diskussion mit Expertinnen. Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Situation der Frauen wurden einer kritischen Analyse unterzogen, Lösungen erörtert, sowie Wünsche und Forderungen an die Politik formuliert: Ein Umdenken in der Bildungspolitik im Hinblick auf die Erfordernisse des Arbeitsmarktes, mehr Unterstützung für Alleinerzieherinnen, flexiblere Arbeitszeitmodelle, der weitere Ausbau der Kinderbetreuung, die Ganztagsschule, bessere Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit, aber auch mehr Rücksicht auf Frauen in der Planung im öffentlichen Raum standen auf der Prioritätenliste.

Mehr Egoismus gefragt:
„Ziele sind für Frauen erreichbar“, stellte vor einiger Zeit Anke von Beekhuis, Technikerin, Managerin, Beraterin und Autorin des Buchs „Power sucht Frau“, in ihrem Vortrag klar. Frauen stünden sich auf der Karriereleiter meist selbst im Weg. Sie sollten nicht „versuchen, Männer zu kopieren, sondern die weiblichen Eigenschaften für die Karriere zu nutzen“. Wichtig sei dabei, seine Ziele abzustecken und sich seiner Stärken bewusst zu werden. Ein bisschen Egoismus schade keineswegs.