Erstellt am 28. Januar 2015, 06:14

von Carina Ganster

Mitgliedermangel: Feuerwehr löst sich auf. Die kleinste Gemeinde des Landes ist die erste im Burgenland, die ihre Feuerwehr auflösen muss. Den Brandschutz übernimmt die Feuerwehr aus Inzenhof.

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Der vorherrschende Mitgliedermangel zwingt die Feuerwehr Tschani-graben dazu, sich aufzulösen. Die kleinste Gemeinde des Landes ist jetzt die erste burgenländische Gemeinde ohne eigene Feuerwehr, den Brandschutz wird künftig die Feuerwehr Inzenhof übernehmen.

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Beschlossen wurde die Auflösung bereits vom Gemeinderat, der derzeit darauf wartet, dass die Landesregierung grünes Licht dafür gibt.

„Die Feuerwehr hat sich vor etwa einem Jahr aufgelöst, weil zum Schluss nur noch rund sechs aktive Mitglieder vorhanden waren“, erläutert Bürgermeister Ernst Simitz, der bis zum Schluss auch als Feuerwehrkommandant fungierte.

Jugendliche wandern aus der Ortschaft ab

Erst dann ist die Auflösung rechtskräftig. Die Geräte und die Ausstattung der Wehr bleiben auch danach im Besitz der Gemeinde. Den Beschluss der Landesregierung erwartet die Gemeinde in den kommenden Wochen.

Dass die Feuerwehr in der kleinsten Gemeinde des Landes aufgelöst werden musste, war laut Simitz nur mehr eine Frage der Zeit.

„Wir haben derzeit 62 Einwohner und die jungen Burschen und Mädchen wandern natürlich zum Studieren oder Arbeiten nach Wien oder Graz ab“, sagt Simitz, dem die Auflösung schwerfällt. „So einen Schritt als Gemeinde zu machen ist nicht leicht, aber wir haben keine andere Möglichkeit. Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Inzenhof und auch mit den umliegenden Wehren funktioniert einwandfrei. Zum Schutz der Bevölkerung war es die richtige Entscheidung, die Wehr aufzulösen“, meint Simitz.

Gegründet wurde die Feuerwehr im Jahr 1932. 2005 standen noch 14 Aktive und drei Reservisten auf der Mitgliederliste.