Erstellt am 14. November 2012, 00:00

Zitiert. Schloss Tabor / Festival braucht dringend mehr Geld. Gemeinden und Tourismusverband sollen zahlen. Betrieb ist nur bis 2013 gesichert.

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Von Carina Ganster

REGION / Ein Sommer ohne Festspiele und der südlichste Bezirk des Landes ohne sein touristisches Aushängeschild. Das Horrorszenario, das sich Ortschefs und Touristiker kaum vorstellen wollen, könnte tatsächlich bald bittere Wahrheit werden. Grund dafür ist, dass die finanzielle Zukunft der Opernaufführung J:opera auf Schloss Tabor auf wackeligen Beinen steht.

Neben Förderungen des Landes waren EU-Förderungen eine der Hauptgeldquellen des Festivals. Und Letztere fallen jetzt weg. Stattdessen sollen sich die Gemeinden des Lafnitztals finanziell beteiligen. Intendant Dietmar Kerschbaum betont aber, dass „Förderungen nur rund 30 Prozent des Gesamtbudgets ausmachen un d70 Prozent durch Sponsoren und dem Kartenverkauf kommen.

Doch genau diese fehlenden 30 Prozent könnten sich zum Sargnagel des touristischen Aushängeschildes im Bezirk Jennersdorf entwickeln. Die Verunsicherung bei den Bürgermeistern ist groß. Zahlt das Land nicht mehr Geld, müssten die kleinen Gemeinden in die Bresche springen. Sowohl heuer, als auch im 2013 gibt es Verluste und genau in diesem Zeitraum sollten auch die Gemeinden aus dem Lafnitztal auf den J:opera Zug aufspringen. Auch der Tourismusverband soll in Zukunft mehr zahlen.

Mogersdorfs Bürgermeister Josef Korpitsch will trotz aller Schwierigkeiten das Projekt nicht sterben lassen, weist aber auch darauf hin, das Projekt nur zu unterstützen, wenn auch Intendant Kerschbaum auf die Sparschiene aufspringt. „Verwaltungstechnisch kann gespart werden, aber auch mit einer strafferen Organisation“, sagt Korpitsch. Derzeit befinden sich sowohl Gemeinden als auch Tourismusverband in einer Pattstellung. Niemand weiß, wie es weitergehen wird, weil sich Land und Tourismusverband bedeckt halten.

„Wir können sagen, dass J:opera im Jahr 2013 Förderungen vom Land bekommt. In welchem Ausmaß wissen wir allerdings noch nicht“, heißt es aus dem Büro von Kulturlandesrat Helmut Bieler. Auch der Tourismusverband Jennersdorf, der laut Mühlgrabens Bürgermeister Reinhard Knaus die Zuschüsse auf 20.000 Euro erhöhen soll, will weitere Verhandlungen abwarten. Mit einem Wunsch ans Land sind die Naturparkgemeinden bereits im Vorfeld abgeblitzt. „Wir wollten, dass das Land die Kosten für die Intendanz bezahlt, das wird es aber nicht geben“, meint Knaus.

J:opera feiert im Sommer mit der Oper „Hänsel und Gretel“ das zehnjährige Jubiläum. Ob es auch im elften Jahr 2014 eine Vorstellung geben wird? „Wir kämpfen darum“, meint Intendant Dietmar Kerschbaum, dessen Vertrag ebenfalls im kommenden Sommer ausläuft.

Zitiert

„J:opera ist im Normalbetriebnicht lebensfähig, dem müssen wir in die Augen sehen. Die Mitgliedsgemeinden müssen dazuzahlen. Sowohl heuer, als auch im kommenden Jahr gibt es Verluste und genau in diesem Zeitraum sollten die Gemeinden aus dem Lafnitztal auf den Zug aufspringen. Ebenfalls sollte der Tourismus mehr zahlen.“

Josef Korpitsch, Bürgermeister der Gemeinde Mogersdorf

„Wir stehen natürlich hinter dem Projekt. Es steht aber auch fest, dass Geld fehlt und das macht die Situation für uns nicht leichter. Wir brauchen die Gemeinden aus dem Lafnitztal, sonst ist eine Finanzierung schier unmöglich.“

Reinhard Knaus, Bürgermeister in Mühlgraben

„Für uns ist es natürlich schwer ein Projekt zu finanzieren, aus dem wir keinen Nutzen ziehen. Weitere Besprechungen werden hoffentlich eine Lösung bringen.“

Erwin Hafner, Bürgermeister in Deutsch Kaltenbrunn