Erstellt am 16. Dezember 2015, 11:54

Bewerbungsfalle Facebook. Wer sich heutzutage um einen Job bewirbt, sollte vorsichtig sein, was er im Internet schreibt. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten müssen.

Oft untersucht der Arbeitgeber schon vor bzw. während des Bewerbungsgespräches das Facebook-Profil des potenziellen Arbeitnehmers.  |  Kevin Kada

Laut einer amerikanischen Studie recherchieren mittlerweile rund 50 Prozent der Arbeitgeber über Stellenbewerber im Internet (Tendenz steigend). Ziel Nummer 1 ist das soziale Netzwerk Facebook. Gerade beim Posten von Bildern oder Kommentaren zu diversen Themen kann schnell etwas dabei sein, was gemeinläufig als „Nicht passend“ angesehen wird.

In Zeiten der Flüchtlingskrise und Asylzulauf sind es oft verhetzende Postings, die Menschen ihren Job kosten oder schon bei der Bewerbung ein Riegel vorgeschoben wird.
Um nicht in diese Falle zu tappen, rät AMS-NÖ-Chef Karl Fakler zur Vorsicht: „Man sollte sich immer Bewusst sein, dass jeder alles finden kann, was man auf Facebook postet. Dazu gehören auch Dinge, die vor allem dem Arbeitgeber nicht gefallen könnten.“

Unpassende Fotos oder Kommentare als Karriere-Killer

In der Praxis sieht man, dass es Arbeitgebern vor allem um Postings aus den Zeiten geht, wo der potenzielle Arbeitnehmer noch bei einer anderen Firma tätig war. Ein Foto einer Party mit dem Satz: „Krankenstand kann auch lustig sein“ ist ein Paradebeispiel für einen Jobkiller und sollte tunlichst vermieden werden. 

Einer der ersten Wege für viele Arbeitgeber, nachdem eine Bewerbung eingetroffen ist, ist der Weg ins Internet. So praktiziert das auch Andrea Stockinger, Gastronomin aus dem Bezirk Hollabrunn: „Mein Vater ist Heurigenbesitzer und ich unterstütze ihn auch in Personalfragen.

Wenn eine Bewerbung eintrifft, dann schaue ich mir so gut wie immer zuerst die Facebookseite des Bewerbers an.“ Oftmals musste Stockinger dort nicht lange nach einem Nichteinstellungsgrund suchen: „Wenn jemand unpassende Fotos oder Kommentare auf Facebook postet, dann ist er nichts für uns. Wir sind ein kleines Team und da muss auch die Sympathie passen. Da will man nicht mit jemandem zusammenarbeiten, der beispielsweise im Internet andere öffentlich beleidigt.“

Auch Gegenstimmen zur Facebook-Spionage

Aber es gibt auch Gegenstimmen zum neuen Recherche-Tool für Arbeitgeber. Martin Hammerschmid, der selbst als Frisör in Hollabrunn, Retz, Mistelbach und Wien einige Mitarbeiter beschäftigt, hält nichts von der Facebook-Spionage: „Ich vertraue meinen Mitarbeitern und darum schaue ich da auch nicht nach. Wenn sich jemand bei mir bewirbt, mache ich mir lieber ein Bild von ihm beim Vorstellungsgespräch und spioniere nicht vorher schon auf der Facebook-Seite.“

Wichtig ist, dass man Kinder schon in jungen Jahren für Facebook sensibilisiert und ihnen erklärt, was man posten sollte und was nicht. So sieht das auch Andrea Filz, Direktorin
der BHAK/BHAS Hollabrunn: „Wir bringen den Schülern schon früh bei, wie man am besten mit Facebook umgeht. Man kann gar nicht früh genug lernen, dieses Tool richtig zu
nutzen.“

 

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