Erstellt am 23. Juni 2014, 06:21

von Heinz Bidner

Job-Frust nimmt zu. Bereits jeder fünfte Niederösterreicher hat in letzter Zeit über einen Arbeitsplatzwechsel nachgedacht. Die Hälfte davon tut dies sogar wöchentlich bis täglich.

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Die steigende Arbeitslosenquote samt wachsendem Erfolgsdruck und Stress hinterlassen auch in der Job-Zufriedenheit ihre Spuren. Das belegt eine repräsentative IMAS-Umfrage unter unselbstständig Beschäftigten im Auftrag der Online-Jobvermittlungsplattform Monster.

Situation hat sich stetig verschlechtert

In den letzten Monaten hat demnach bundesweit jeder Vierte über einen Jobwechsel nachgedacht. In NÖ ist die Situation ein wenig besser: Hier hat nur jeder Fünfte überlegt, seinen Arbeitsplatz zu tauschen.

Im Jahresvergleich hat sich die Situation aber stetig verschlechtert. Vor zwei Jahren hatte in NÖ etwa nur jeder Siebte Jobwechselgedanken.

„Meist sind es mehr als drei Gründe, die zu solchen Überlegungen führen“, so Peter Eiselsberg von IMAS. Die bundesweit am häufigsten genannten Gründe sind ein zu geringes Gehalt, Interesse an Neuem, fehlende Aufstiegsmöglichkeiten und ein schlechtes Betriebsklima.

Markant: Die besonders stark von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen über 50 Jahren denken vergleichsweise weniger über einen Jobwechsel nach. Arbeitnehmer mit geringer Qualifikation hingegen sehr stark – hier ist es jeder Dritte.

Die Hälfte jener, die in letzter Zeit an einen Unternehmenswechsel gedacht haben, tut dies wöchentlich bis täglich. Für Unternehmen wäre diese „innere Kündigung“, wie es Monster-Österreich-Chefin Barbara Riedl-Wiesinger formuliert, naturgemäß fatal.

Generationenkonflikt im Betrieb findet nicht statt 

Im Rahmen der Arbeitsklima-Umfrage wurde zudem auch das Verhältnis zwischen jungen und älteren Arbeitnehmern erhoben. „Dabei gingen wir der Frage nach, ob es in den Betrieben einen Generationenkonflikt gibt“, erklärt Eiselsberg. „Ein solcher Konflikt findet nicht statt“, fasst der Meinungsforscher zusammen: „Im Gegenteil – die Zusammenarbeit wird als eher friedvoll empfunden.“

Es gebe untereinander lediglich unterschiedlich zugeschriebene Kernkompetenzen. So werden Jüngere als eher freizeitorientiert, innovativ und hektisch wahrgenommen. Ältere gelten eher als erfahren, haben Vorbildfunktion und gelten als gute Führungskräfte. „Ein optimaler Mix wäre, beide Gruppen zusammenzunehmen“, rät daher Riedl-Wiesinger den Unternehmen.


Wechsel-Motive

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Die fünf Hauptgründe für Gedanken an einen Jobwechsel:

  • Gehalt zu gering 58%

  • Möchte Neues ausprobieren 39%

  • Keine Aufstiegschancen 36%

  • Schlechtes Betriebsklima 34%

  • Arbeit wird nicht geschätzt 33%

Quelle: IMAS/Monster.at