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04.05.2011 | 00:00 |
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Bahn: Jetzt formiert sich der Widerstand
Ab 31. Juli wird es keinen Personenverkehr auf der Bahnstrecke zwischen Oberwart und Friedberg mehr geben. Im Kundencenter der ÖBB weiß man davon noch nichts: „Der Verkehr ist auf jeden Fall aufrecht bis zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember“ – Unwissenheit oder doch ein Hoffnungsschimmer?PEKOVICS
BREITE FRONT / Initiative „Südburgenland Pro Bahn“ wurde gegründet. ÖVP kritisiert SPÖ, die wiederum setzt auf den Bus.

VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Im ÖBB-Kundenservicecenter weiß man noch nichts von der bevorstehenden Schließung der Bahnstrecke Oberwart-Friedberg. Denn, so heißt es in einem der BVZ vorliegenden E-Mail an eine Bahnkundin: „Der Verkehr ist auf jeden Fall aufrecht bis zum Fahrplanwechsel 11. Dezember 2011“. Laut einer Aussendung der ÖBB wird der letzte Personen-Zug aber am 31. Juli abfahren.

Widerstand formiert sich,  Initiative wurde gegründet

Damit dieser „verkehrspolitische Super-GAU“ (FPÖ-Nationalrat Norbert Hofer) noch verhindert werden kann, hat sich via Internet eine überparteiliche Initiative gegründet. „Südburgenland Pro Bahn“ heißt sie, als Sprecher fungiert Dietrich Wertz: „Die Fahrgastzahlen sind nur deshalb so niedrig, weil die Strecke jahrelang vernachlässigt wurde.“ Die Gruppe fordert den Erhalt des Personenverkehrs auf der Strecke Oberwart-Friedberg. „Das Angebot ist absolut unattraktiv und wird mit jedem neuen Fahrplan schlechter: Die Verbindungen werden weniger und langsamer, zum Teil muss man in Friedberg und Wiener Neustadt umsteigen“, argumentiert Wertz. „Wenn das Angebot besser wäre, würden viel mehr Menschen umsteigen.“

ÖVP-Abgeordnete fordern  Rückhalt von SPÖ-Politikern

Für ÖVP-Pendlersprecher Norbert Sulyok ist es „purer Zynismus, wenn die ÖBB 55 Millionen Euro in die Schiene im Norden investiert, aber Angebote im Süden streicht“. Gemeinsam mit ÖVP-Bezirksobfrau Michaela Resetar und den Abgeordneten Andrea Gottweis und Reinhard Jany fordert die Bezirks-ÖVP den „Einsatz der SPÖ-Bürgermeister, sich für den Fortbestand einzusetzen“. Während Oberwarts Bürgermeister Gerhard Pongracz (SPÖ) noch auf „Verhandlungen, die mit einem Kompromiss enden“ hofft, schlägt SPÖ-Landesrat Helmut Bieler andere Töne an: „Wir schaffen Alternativen, anstatt zu jammern, ein attraktives Bus-Nachfolgekonzept wurde ausgearbeitet.“ Beiden Regierungsparteien wird wiederum seitens des Grünen Abgeordneten Reimon „der Verrat an ihrem Bezirk“ vorgeworfen: „Klubzwang steht für rote und schwarze Politiker über allem anderen“. Reimon hatte in der Landtagssitzung der Vorwoche den Antrag eingebracht, der „die Landesregierung auffordert, Maßnahmen zu ergreifen, um den Erhalt der Strecke sicherzustellen“. Zustimmung erhielt Reimon von keinem einzigen der Landtagsabgeordneten.

„Ohne Verbindung wird  Tourismus nicht wachsen“

Kritik kommt auch vom Tourismus. Geschäftsführer Hans-Peter Neun: „Nicht jeder Wiener hat ein Auto und Fahrräder sind mit Bussen nur schwer transportierbar. Aus touristischer Sicht wäre die Schließung eine Katastrophe, die Verbindung nach Szombathely hat für die Zukunft absoluten Vorrang.“ Die Kritiker befürchten, dass nach der Einstellung des Personen- auch der Güterverkehr scheibchenweise reduziert werden könnte.






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