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22.02.2012 | 00:00 |
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Klosterneuburg - „Sind 18 Löcher das wert?“
Als Obmann des Weinbauernbundes und des Ortsbauernbundes von Kritzendorf ist Walter Vitovec entschieden gegen den Golfplatz.
Seit mehreren Monaten ist der geplante Golfplatz auf dem Gelände der AUVA vorrangiges Gesprächsthema der Klosterneuburger Politik und Bevölkerung. Landwirte und Winzer verfassen Manifest gegen Freizeitanlage auf AUVA-Gelände.

VON ALEXANDRA HALOUSKA

KLOSTERNEUBURG / Seit mehreren Monaten ist der geplante Golfplatz auf dem Gelände der AUVA vorrangiges Gesprächsthema der Klosterneuburger Politik und Bevölkerung.

Nachdem die NÖN über die Positionen von Golfplatzgegnern und Golfplatzbetreiber ausführlich berichtet hat, wollen nun auch die betroffenen Bauern zu Wort kommen.

Bei einer kürzlich abgehaltenen „Krisenversammlung“ verfassten die Landwirte ein gemeinsames Manifest gegen den Golfplatz. Ihre Botschaft ist eindeutig und unverblümt: „Wir Bauern wehren uns gegen den Golfplatz“, legt Obmann des Ortsbauernbundes und Weinbauernbundes Kritzendorf Walter Vitovec den Standpunkt der Bauern stellvertretend dar.

„Wir Landwirte verlieren  immer mehr Flächen“

Schon bald könnte der Gemeinderat die notwendige Fläche in „Grünland Sport“ umwidmen. Eine Fläche, die laut Vitovec für die Absicherung der Bauernbetriebe von großer Bedeutung ist: „Die Landwirte verlieren laufend Flächen und können bald nicht mehr rentabel wirtschaften. Ist es in Maria Gugging das Institute of Science Technology Austria, so ist es in Kritzendorf die fortschreitende Verbauung. Teilweise wird schon jetzt landwirtschaftliche Nutzfläche für die Freizeitgestaltung und Sportausübung geopfert. Reitstallungen, Koppeln, Modellautobahnen oder Hundeabrichte-plätze sind nur ein paar Beispiele dafür.“

„Wasserqualität wird  unter Golfplatz leiden“

 

Und nicht nur die eingeschränkten Nutzflächen bereiten Klosterneuburgs Landwirten großes Kopfzerbrechen: Sie befürchten auch einen massiven Einschnitt in den Wasserhaushalt des ganzen Gebietes. Weinbauernbundobmann Walter Vitovec ist selbst von dem Golfplatz betroffen. Er bewirtschaftet als Anrainer zweieinhalb Hektar Obstbau und fünf Hektar Weinbau, die in extrem trockenen Sommern bewässert werden müssen. Vitovec kaufte drei Grundstücke mit Quellfassungen (Wasserversorgungsanlagen).

Das Einzugsgebiet dieser Quellen soll genau unter dem größten Teil des Golfplatzes liegen. „Auf dieser Fläche sind ein Clubhaus, eine Driving Range, ein 4-Loch mit Greens und Teich geplant. Was das für die Wasserqualität und die Wasserführung bedeutet, muss man nicht länger erklären. Bekanntlich ist der Wasserbedarf eines Golfplatzes besonders hoch. Wir sprechen hier von rund 50 Litern pro Quadratmeter wöchentlich“, ist Vitovec skeptisch.

Tullner Stiermastbetreiber  bot doppelten Pachtpreis

 

Aussagen der Betreiber, die Klosterneuburger Landwirte wären auf die Golfplatzfläche nicht angewiesen, weist der Weinbauernbundobmann entschieden zurück.

Die Geschichte dazu: Als der Pächter des Weißen Hofs im Jahr 2002 in Pension ging, wurden die landwirtschaftlichen Flächen zur Verpachtung ausgeschrieben. Fünf Bauern aus Klosterneuburg sollen sich an diesem Bieterverfahren beteiligt haben. „Der Pachtpreis war für Klosterneuburg überdurchschnittlich hoch. Ein Stiermastbetreiber aus Tulln bot einen doppelt so hohen Pachtzins, als die Klosterneuburger Bauern boten. Er bekam den Zuschlag. Die Äcker wurden jedoch durch die große Entfernung der Betriebsstätte sehr vernachlässigt“, erzählt Vitovec.

„Golfplatz braucht  dreifache Menge an Dünger“

Bezug nehmend auf die Aussage von Landschaftsarchitekt DI Stefan Schmidt, „ein Golfplatz wird nicht mehr gedüngt als bei Anbau von Feldgemüse“ (NÖN Woche 01/2011), entgegnet Vitovec: „Bei einem Golfplatz beträgt die Düngemenge 250 Kilogramm Reinnitrat. Das ist die dreifache Menge, die auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen ausgebracht werden darf. Auf den angrenzenden Wiesen herrscht außerdem Düngeverbot. Ob der grüne Rasen des Golfplatzes ohne Dünger auskommt, möchten wir bezweifeln.“

„Profitdenken ist  hier fehl am Platz“

Der Pachtzins für den Golfplatz bringt 1.400 Euro pro Hektar ein (insgesamt 70.000 Euro), der Pachtzins der Bauern nur 220 Euro pro Hektar. Profitdenken sei laut Vitovec aber fehl am Platz. Seine Begründung: Jeder Österreicher hat Unfallversicherungsbeiträge eingezahlt. Von den Beiträgen aller sind diese Grundstücke mitfinanziert worden. Und nun verlieren wir ein wertvolles Naherholungsgebiet für ungefähr 600 Golfspieler.“

„Golfplatz bedeutet weniger  landwirtschaftliche Betriebe“

Die letzten Zeilen des Manifests: „Wir Bauern wehren uns gegen den Golfplatz. Wird er gebaut, gibt es sicher einige landwirtschaftliche Betriebe weniger. Betriebe, die schon immer auf eine schonende Bewirtschaftung unserer Umwelt Wert legten, die Wiesen pflegten, die Rinder und Schafe auf den Weiden hielten. Dann gibt es in Kierling vielleicht keinen Almabtrieb mehr, oder in Kritzendorf kein Obstblüten- und Riedenfest. Sind 18 Löcher das wirklich wert?“

 

 


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Ata (2)
01.03.2012 00:22

(1)
Bauern?
Das Gelände ist doch nicht einmal an einen Bauern verpachtet, weil es kein Bauer haben wollte! Was das jetzt für eine künstliche Aufregung ist!
  Arnie (7)
01.03.2012 07:42

(3)
WER
Erzählten den diesen Schwachsinn ???
  ACRYL (24)
28.02.2012 22:25

(0)
Aufrosch hatte wohl Zeitausgleich(eher ist er Student im Hotel Mama)
Er hat sein Köpfchen leicht schief gelegt, die Saugnäpfe an der Tastatur gesaugt die Sterne standen gut zum tippen.
Er hat einen langen Kommentar verfast, welcher zwar inhaltlich nichts neues bringt aber diesmal vernünftig die Sachlage darstellet.

Was die Arbeitsplätze beträfe - wären meiner Meinung nach mit Sicherheit keine 50 Personen zu beschäftigen.
Ausser man rechnet mit einigen Schlossern die den aufgeschnittenen Zaun reparieren müssen
Der Mitgliedsbeitrag für den Golfklub müsste sicher exklusiv und geschmalzen sein um 50 Personen legal zu beschäftigen.

Was mir noch so zum "G o l f y l a n d" eingefallen ist :

+das Projekt liegt, wie schon lange bekannt, in der Einflugschneise des Piol !! (geschützter Singvogel)
+ Die Kantine könnte vielleicht von einem UVA - Manager oder wie oft schon bwährt von nahen Verwandten betrieben werden.
+ Viele denken schon nach, wie man irgendwie mitschneiden könne.
Hochegger ist gefragt, aber er hat gerade wenig Zeit.
+ Falls das Gieß - Wasser zu knapp wird kann ja die Gemeinde Leitungen verstärken lassen - zahlen ja eh alle mit.
+ Die armen Ölbergbewohner die seinerzeit schon um die 6000.- S und mehr pro Quadratmeter Baugrund bezahlt haben werden sich über das höhere Verkehrsaufkommen freuen.

Zum F i n k muß ich schon sagen, daß die Gelsen kein Problem darstellen würden. Auch Zuagraste haben überlebt. Man braucht nur mit dem Strandbad Kritzendorf vergleichen - dort leben die Leute seit jahrzehnten mit Begeisterung.

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