VON STEFAN HACKL
HOLLENSTEIN / Neue Bewegung kommt in die zuletzt festgefahrene Diskussion um den Ybbstalradweg in Hollenstein. Der örtliche Dorferneuerungsverein (DEV) macht sich für das Projekt stark und erklärte sich nach einer Versammlung am Wochenende grundsätzlich bereit, „die Verantwortung innerhalb des Radwegverbands Ybbstal für die Erhaltung und Pflege des Radwegs im Gemeindegebiet von Hollenstein zu übernehmen“. Das betonte DEV-Obfrau Dr. Christa Egger-Danner in einer Aussendung.
Die SPÖ-regierte Gemeinde hatte als einzige der sieben Ybbstal-Gemeinden bisher einen Beitritt zum Gemeindeverband Ybbstalradweg abgelehnt. Das 10-Millionen-Euro-Projekt, das zwischen Gstadt und Lunz am See großteils auf den Gleisen der Ybbstalbahn verwirklicht werden soll, stand seither auf der Kippe.
Als „positives Signal“ wertet Radwegverbandsobmann Martin Ploderer den Entschluss der Hollensteiner Dorferneuerer: „Es ist eine erfreuliche Entwicklung, wenn sich die Hollensteiner Bevölkerung so ausdrücklich zum Radweg bekennt. Das ist ein wichtiger Schritt zur Realisierung eines durchgehenden Radwegs zwischen Waidhofen und Lunz“, sagt er zur NÖN. Vollmitglied im Verband könne ein Verein zwar nicht werden, ein Beobachterstatus wäre aber möglich. „Über die genaue Rechtsform wird noch beraten“, so Ploderer. Die Tür für die Gemeinde will er aber noch nicht zuschlagen: „Die bleibt nach wie vor offen.“
Der Hollensteiner SPÖ-Vizebürgermeister Walter Holzknecht, der der Versammlung beiwohnte, kommentiert den Schritt des Dorferneuerungsvereins hingegen zurückhaltend: „Wir werden uns in der Fraktion zusammensetzen und darüber diskutieren.“
„Brücken schlagen zwischen Fraktionen“
Warum der Dorferneuerungsverein aktiv wurde? „Weil uns eine positive Entwicklung von Hollenstein und die Nutzung der Chancen, die der Ybbstalradweg für die Region und den Ort konkret bringen kann, wichtig sind“, so die Obfrau. Vorgespräche mit Bürgermeister Franz Gratzer und ÖVP-Chef Herbert Jagersberger habe man bereits geführt. Auch personell könnte der 150 Mitglieder umfassende Verein die Erhaltung stemmen. Egger-Danner: „Uns war es auch in der Vergangenheit immer wichtig, Brücken zu schlagen und gemeinsam über Vereins- und Fraktionsgrenzen hinweg sachbezogen Projekte zu realisieren.“ Als überparteiliche Plattform möchte man nun „alle positiven Kräfte im Ort bündeln und die stark parteipolitisch geprägte Diskussion in Hollenstein wieder auf die Sachpolitik zurückführen“.
Dafür hat sich eine Arbeitsgruppe mit Paul Egger und Herbert Zebenholzer sen. an der Spitze gebildet. Deren Ziele: Sie möchten Überzeugungsarbeit leisten, um doch noch einen positiven Gemeinderatsbeschluss zum Radwegverband zu ermöglichen. „Bei Bedarf würde der Dorferneuerungsverein aber auch die Vertretung Hollensteins im Gemeindeverband Ybbstalradweg übernehmen und die Erhaltung und Pflege des Radwegs im Gemeindegebiet von Hollenstein ohne öffentliche Straßen sicherstellen“, konkretisieren die beiden. Auch Vermarktungsideen entwarfen die Initiatoren bereits: So wird etwa die Durchführung eines Ybbstal-Lauf events (Marathon) überlegt.







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