Erstellt am 07. Januar 2014, 15:26

1,1 Millionen Euro abgezweigt - Prozess. Weil sie über mehr als 30 Jahre Geld abgezweigt haben soll, steht am Mittwoch eine ehemalige Bankmitarbeiterin aus dem Bezirk Mattersburg vor Gericht.

 |  NOEN, BilderBox.com (BilderBox - Erwin Wodicka)
Der 58-Jährigen, die beim Auffliegen des Falles kurz als vermisst galt, wird Untreue und Urkundenfälschung vorgeworfen. Der Schaden wird mit 1,1 Millionen Euro beziffert. Ebenfalls angeklagt ist ihr Mann, der sich wegen Geldwäsche verantworten muss.

Die Frau hatte seit Ende der 1970er-Jahre zunächst in einer Filiale und nach der Jahrtausendwende bis 2012 dann bei der Bezirksbank eines Geldinstituts gearbeitet. In dieser Zeit stieg sie von der Schaltermitarbeiterin bis zur Verantwortlichen für das Rechnungswesen auf.

Umbuchungen blieben unbemerkt
1979 soll sie damit begonnen haben, Gelder von Konten und Sparbüchern von Kunden abzubuchen. Das Fehlen der Beträge soll die Frau durch Umbuchungen und das Anlegen fingierter Konten verschleiert haben. Über die Jahrzehnte hinweg entstand der Bank ein Schaden von 1,119.000 Euro.

Als die 58-Jährige im März des Vorjahres der Bank beim Jahresabschluss behilflich sein sollte, verschwand sie vorübergehend. Ihr Mann meldete sie als vermisst. Bei ihrer Heimkehr nach zwei Tagen warteten schon Kriminalisten auf sie. Die Bank erstattete Anzeige.

Schwierige Ermittlungen
Der mutmaßliche Tatzeitraum von 33 Jahren machte die Erhebungen schwierig. Die Frau zeigte sich im Vorfeld des Prozesses zu den Vorwürfen geständig. Weil sie auch bankinterne Listen manipuliert haben soll, wird ihr auch Urkundenfälschung zur Last gelegt. Der Ehemann ist laut Gericht zum Vorwurf der Geldwäsche nicht geständig.