Erstellt am 12. Februar 2014, 11:00

von Elisabeth Kirchmeir

12.000 Euro Geldstrafe. Mattersburg / Im zweiten Rechtsgang bekannte sich Porschefahrer schuldig, Radfahrerin niedergestoßen zu haben.

Von Elisabeth Kirchmeir

Nach fast drei Jahren fand ein Prozess gegen einen heute 25-jährigen Immobilienmakler ein Ende: Im zweiten Rechtsgang wurde er rechtskräftig zu 12.000 Euro Geldstrafe verurteilt, weil er am 2. März 2011 gegen 21.45 Uhr in alkoholisiertem Zustand (1,1 Promille) mit dem Firmenporsche in Mattersburg eine damals 51-jährige Radfahrerin niedergestoßen hatte. Die Frau erlitt dabei Wirbelbrüche.

Körperverletzung bestätigt, andere Anklagepunkte nicht

Im ersten Rechtsgang hatte der Immobilienmakler geleugnet, mit dem Porsche gefahren zu sein. Er wurde damals dennoch zu einer Haftstrafe von zwölf Monaten, davon vier Monate unbedingt, verurteilt und legte gegen das Urteil Berufung ein.

Das Oberlandesgericht bestätigte den Schuldspruch hinsichtlich der begangenen Körperverletzung, hob das Urteil aber in anderen Teilen auf. Im zweiten Rechtsgang musste Richter Dr. Wolfgang Rauter klären, ob der Immobilienmakler - als er am 2. März 2011 Alkohol trank - damit hätte rechnen müssen, dass er noch ein Auto lenken würde.

Vor dem Unfall hatten sich der Immobilienmakler und sein Kollege mit Mitarbeitern einer Firma in der Arena Mattersburg zu einem Geschäftsessen getroffen.

Mit dem Porsche Radfahrerin verletzt

Danach sei man mit dem Taxi zum Firmensitz in Mattersburg gefahren. Dort stiegen beide Männer in den Porsche um, und der 25-Jährige verursachte bei leichtem Schneefall den folgenschweren Verkehrsunfall - das gab er im zweiten Rechtsgang zu.

Ursprünglich habe man mit dem Taxi nach Eisenstadt fahren wollen, wo er seinen Vater treffen wollte, so der Angeklagte. Doch man habe sich mit dem Taxilenker nicht über den Fuhrlohn einigen können.

„Der Angeklagte log im ersten Verfahren, dass sich die Balken bogen“, sagte Staatsanwalt Mag. Roland Koch in seinem Schlussplädoyer. „Ich vermag ihm nach Ablauf dieses Verfahrens nichts mehr zu glauben.“

Es sei eine „wahnwitzige Idee“ gewesen, sich nachts und obwohl es geschneit hatte, noch für fahrtüchtig zu halten. „Sie schoben eine unbeteiligte Frau zusammen und leugneten das zwei Jahre lang!“, hielt der Staatsanwalt dem Porschefahrer vor.

„Das Gericht geht davon aus, dass der Angeklagte - indem er das Auto in Betrieb setzte - etwas tat, was er vorher so geplant hatte“, erklärte Richter Dr. Rauter und verurteilte den jungen Mann zu einer empfindlichen, unbedingten Geldstrafe in der Höhe von 12.000 Euro. Mildernd habe sich die lange Verfahrensdauer von drei Jahren auf das Urteil ausgewirkt.