Erstellt am 14. Oktober 2015, 12:48

von Richard Vogler

152 Flüchtlinge im Versorgungszelt. Dienstag Nacht wurde Wiesen als Zwischenlösung wieder reaktiviert. Fast die Hälfte der Flüchtlinge sind Kinder.

 |  NOEN, Richard Vogler
Die Flüchtlingsunterkunft am Festivalgelände war eigentlich bereits aufgelassen, ehe das Landespolizeikommando Dienstag, kurz vor 18 Uhr, den Samariterbund kontaktierte. Umgehend wurde die Familie Bogner informiert, die sich sofort bereit erklärte, Flüchtlinge unterzubringen.

„Wir müssen diesen Menschen einfach helfen, wir können sie ja nicht frieren lassen“, erzählt „Mini“ Bogner.



Als das Okay kam, handelte der Samariterbund umgehend. „Binnen zwei Stunden waren wir einsatzbereit“, berichtet Samariterbund-Geschäftsführer Wolfgang Dihanits, der mit seinem achtköpfigen Team nun vor Ort ist.

Helfer werden gesucht

Kurz vor Mitternacht trafen drei Busse mit insgesamt 152 Flüchtlingen ein, die nun im gut beheizten Versorgungszelt untergebracht sind. „Es sind rund 70 Kinder ab dem Alter von einem Monat dabei“, berichtet Alois Robic vom Samariterbund bei einem Lokalaugenschein der BVZ Mittwochvormittag.

Robic verweist weiters, dass „die Stimmung sehr ruhig ist, alle verhalten sich überaus diszipliniert.“ Elf freiwillige Helfer waren zu diesem Zeitpunkt vor Ort – weitere Personen, die mithelfen werden gesucht.



Die Wiesener Flüchtlingsunterkunft wurde vor rund zwei Wochen aufgelassen, da die Sanitäreinrichtungen wie WCs und Duschanlagen nicht winterfest sind – die derzeitigen Temperaturen machen eine Benützung noch möglich.

Der Flüchtlingsstrom von Ungarn über Nickelsdorf hält weiter an. In der vergangenen Woche passierten 49.740 Personen die Grenze, Dienstag dieser Woche waren es 7.188. Ein Platzmangel an Unterkünften waren die Ursache für die Reaktivierung der Unterkunft in der Erdbeergemeinde.

„Wiesen als Unterbringungsmöglichkeit war wieder nötig geworden, es soll jedoch keine Dauer- sondern als Zwischenlösung gedacht“, berichtet Helmut Marban von der Landespolizeidirektion. Jenen Meldungen zufolge, wonach die Flüchtlinge drei, bis vier Tage in der Erdbeergemeinde bleiben, kann er nicht bestätigen. „Sobald wo anders etwas frei ist, werden sie dorthin gebracht.“

Der Samariterbund benötigt folgende Spenden:

  • Damen: Damenunterwäsche, Socken, Damenjacken Gr. S und M, Langarmshirts.

  • Herren: Unterwäsche, Herrenschuhe Gr. 40-43, Jogginghosen S und M, Herrenhosen S und M.

  • Kinder: Pullover, Langarmshirts, Kinderjacken

  • Hygiene: Waschlappen, Nagelklipser, Handcreme, Männerdeo.

  • Nahrungsmittel: Thunfisch, Bananen, Halalfleisch, Erdäpfel, Reis, Rote Linsen, Nutella, Knabberzeug (für die Kinder), kleine Schokoladen (für die Kinder).

BVZ.at hatte bereits heute Früh kurz berichtet: