Erstellt am 20. Oktober 2010, 00:00

20 Jahre Caritas-Heim im Kloster Forchtenstein. JUBILÄUM Im Flüchtlingsquartier sind derzeit 31 Personen untergebracht. Am Samstag gibt es eine Multi-Kulti Veranstaltung.

Leitung. Monika Weninger (r.) aus Forchtenstein leitet das Flüchtlingsquartier. A. PAWLOFF  |  NOEN
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VON HELGA OSTERMAYER

FORCHTENSTEIN “Die Gründung des Caritas Flüchtlingsquartiers in Forchtenstein war am 1. November 1990 quasi eine adhoc-Aktion, die sich für eine Schar iranischer Flüchtlinge gerade günstig ergeben hat. Für diese Menschen fand sich österreichweit kein Platz“, erzählt die Kommunikationsleiterin der Caritas, Uli Kempf.

Am Samstag ab elf Uhr veranstaltet das Heim im ehemaligen Kloster einen Event zu seinem 20-jährigen Bestehen, bei dem nicht nur Rückschau gehalten, sondern auch viel zum Multi-Kulti-Miteinander beigetragen wird.

Das Quartier beherbergt zurzeit insgesamt 31 Personen - sieben Familien, davon 18 Erwachsene mit 13 Kindern im Alter von einem bis 13 Jahren. Die Flüchtlinge kommen aus den bekannten Krisenregionen Afghanistan, Georgien, Armenien, Ukraine, Libanon, Iran, Palästina, Mongolei und dem Kosovo und halten sich in der Regel zwischen drei bis vier Jahren dort auf. Der längste Fall zog sich sieben Jahre hin, in nur zwei Fällen dauerte das Verfahren unter einem Jahr.

Flüchtlinge bekommen 35  Euro pro Person und Woche
Sie bekommen im Kloster Unterkunft sowie ein Verpflegungsgeld von 35 Euro pro Person und Woche. Mit diesem Geld muss selbstständig für Lebensmittel gesorgt werden.
„Die Flüchtlinge gehen einkaufen und kochen ihr Essen in der Gemeinschaftsküche selbst“, das ist eine ganz wichtige Tagesstrukturierung für sie“, berichtet Kempf.

Insgesamt stehen vier Mitarbeiter im Quartier in Teilzeitbeschäftigung. Die Leitung hat die Forchtensteinerin Monika Weninger inne. Einmal in der Woche steht auch eine Therapeutin den teilweise traumatisierten Menschen zur Verfügung.
„Wir helfen den Menschen, wo es nur geht und versuchen den Flüchtlingen auch verständlich zu machen, wie die Sitten und Gebräuche in Österreich sind“, so Uli Kempf.