Erstellt am 30. April 2014, 15:23

200 Jahre Museumstradition auf Burg Forchtenstein. Mit ihren historischen Sammlungen und Ausstellungen lockt Burg Forchtenstein jährlich Zehntausende Besucher ins Burgenland.

DI Clemens Biffl, Leiter Immobilien Esterházy Christa Prets, Burg Forchtenstein Fantastisch Dr. Florian Bayer, Leiter Sammlungen Esterházy DI Matthias Grün, Vorstand Privatstiftung Esterházy Dr. Herbert Zechmeister, Castellan Burg Forchtenstein  |  NOEN, Esterházy
Die Tradition, Kostbarkeiten aus dem Besitz der Fürstenfamilie Esterhazy innerhalb der mächtigen Mauern zu präsentieren, reicht schon lange zurück: Bereits vor 200 Jahren, in der Zeit des Wiener Kongresses 1814/15, wurden die ersten Ausstellungsräume für Besucher geöffnet.

Damals vollzog sich ein Paradigmenwechsel im Bemühen, die historischen Objekte allen Menschen näher zu bringen, erläuterte der Leiter der Sammlung Esterhazy, Florian Bayer, bei einer Presseführung am Mittwoch. Unter Fürst Nikolaus II. wurden die ersten Schauräume eingerichtet, um sie prominenten Teilnehmern des Wiener Kongresses präsentieren zu können.

"Es entsteht da, was wir in unserer heutigen Zeit eine Art Shuttle-Verkehr nennen würden", schilderte Bayer: "Zwei dieser Räume sind bis zum heutigen Tag erhalten und da sind wir sehr stolz darauf." In einem der Räume wird die Ausrüstung der "Leopoldinengarde" gezeigt, einer Truppe, die 1806 ausschließlich für den Hochzeitstag der Fürstentochter Prinzessin Leopoldine mit speziellen Uniformen ausgerüstet worden war.

Renovierungsarbeiten abgeschlossen

Die Burg beherbergt nach groß angelegten Renovierungsmaßnahmen - im Vorjahr wurden etwa der Bergfried und der Turmhelm saniert - umfangreiche Sammlungen. Dazu gehört die historische Schatzkammer mit dem Großteil der Objekte aus dem 15. bis 17. Jahrhundert, die als einzige noch mit fast zwei Dritteln des Gesamtbestandes am ursprünglichen Platz und in Originalkästen gezeigt wird, erläuterte Bayer.

Der Museumsbereich umfasst außerdem die Ausstellung "Granaten, Fahnen, Grenadiere", die Einblicke in die Militärtradition vom Dreißigjährigen Krieg bis ins späte 19. Jahrhundert gibt. In der barocken Ahnengalerie werden über 2.000 in Gemälden und Ölbildern verewigte Ahnenporträts aufbewahrt. Auch der Zeit der Türkenkriege ist ein eigener Bereich gewidmet.

Für die kulinarische Betreuung der Besucherströme ist die Errichtung eines Restaurants mit rund 100 Sitzplätzen im Bereich der unteren nordöstlichen Bastei geplant. "Das Gesamtinvestment wird 2,3 Millionen Euro betragen", erläuterte Matthias Grün von der Geschäftsführung der Esterhazy-Betriebe. Für das Projekt wurde auch um eine EU-Förderung eingereicht.

Einen Bogen von der Gegenwart in die Vergangenheit spannt auch das Kinder- und Familienprogramm "Burg Forchtenstein Fantastisch", das jährlich an den Juli-Wochenenden stattfindet. Das Programm unter dem Motto "Leben wie früher erleben" rund um die Burgmaus "Forfel" bringe im Sommer an acht Tagen 20.000 Besucher in die Region, so Initiatorin Christa Prets.