Erstellt am 17. November 2010, 00:00

25.000 Euro für die Mattersburger City. INNENSTADT-GIPFEL / Wolfgang Seedoch wird die Innenstadt-Revitalisierung koordinieren. Kritik kommt von den Freiheitlichen.

Eine der »Baustellen«. Das Segafredo sperrte im Sommer zu und hat bislang noch keinen neuen Pächter. VOGLER  |  NOEN
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VON RICHARD VOGLER

MATTERSBURG / Das Thema „Aussterben der Innenstadt“ wird nun endlich in Angriff genommen. Vergangene Woche fand ein „Innenstadtgipfel“ mit der im Gemeinderat vertretenen Parteien, der Wirtschaftskammer, dem Einkaufstreffpunkt (Zusammenschluss von Betrieben in der Innenstadt) und dem Tourismusverband statt. Konkrete Projekte wurden noch nicht beschlossen. Fix ist jedoch, dass 25.000 Euro für diverse Maßnahmen in den nächsten drei Jahren von der Stadtgemeinde in die Hand genommen werden.

Koordinieren soll die Innenstadt-Revitalisierung ein Mann, in den große Hoffnungen gesteckt werden: Wolfgang Seedoch. Seedoch initiierte bereits ein Projekt, das „Innenstadt-Konzept“, zu dem im Dezember 2008 die Auftaktveranstaltung mit rund 60 Unternehmern stattfand, und wo eine Aufbruchsstimmung zu spüren war. Eine weitere Sitzung fand jedoch nicht statt. „Es stimmt, ich werde die ganze Sache koordinieren“, bestätigt Seedoch.

„Die nächste Zusammenkunft für den ’Innenstadt-Gipfel‘ soll voraussichtlich im Jänner kommenden Jahres statfinden“, berichtet Mattersburgs SPÖ-Bürgermeisterin Ingrid Salamon. Dieses Meeting soll bereits einige Vorschläge der beim Innenstadt-Gipfel anwesenden Personen beinhalten. „Das Treffen war sehr erfreulich, die Vorschläge von allen wurden ernst genommen“, so Sonja Sieber, Gemeinderätin der Grünen. Ein Vorschlag von Ernst Gerdenitsch (FPÖ) war, dass „die Öffnungszeiten der Geschäfte vereinheitlicht werden sollen.“ Geht es nach ÖVP-Vizebürgermeister Michael Ulrich, so soll unter anderem die Förderung für Unternehmer, die in der Innenstadt einen Betrieb eröffnen, besser bekannt gemacht werden.

Wograndl: „Ein sehr  produktives Treffen“

Marlies Wograndl, Obfrau des Einkaufstreffpunktes, spricht von einem „sehr produktiven Treffen. Ich war äußerst positiv überrascht. Alle wollen nun für Mattersburg gemeinsam etwas erreichen.“ Rund um den Innenstadt-Gipfel entbrannte ein Polit-Streit zwischen FPÖ-Stadtparteiobmann Peter Pregl und SPÖ-Bürgermeisterin Ingrid Salamon. Pregl initiierte vor einigen Wochen bereits einen Runden Tisch, bei dem die im Gemeinderat vertretenen Parteien teilnehmen hätten sollen. Infolge von Terminkollisionen waren lediglich die FPÖ und die ÖVP anwesend. Pregl war zum „Innenstadt-Gipfel“ der Vorwoche nicht eingeladen worden. „Die Freiheitlichen zeigen sich mit der Einladungspolitik unzufrieden und vermuten, Bürgermeisterin Salamon wolle das Problem nur auf die lange Bank schieben. Der Eiertanz ist sagenhaft. Zuerst sieht die Bürgermeisterin kein Problem, boykottiert unseren Runden Tisch und auf einmal ist sie es, die zu Gesprächsrunden lädt. Ich halte das für eine reine Alibihandlung. Auf der Liste der Eingeladenen standen zu einem beachtlichen Teil Leute, die der SPÖ oder der Bürgermeisterin nahe stehen. Kritische Meldungen waren daher eigentlich von Anfang an ausgeschlossen. So kommt man jedenfalls nicht zu Lösungen“, so Pregl.

„Es gibt Strukturen und Pregl  ist nicht im Gemeinderat“

Die Ortschefin entgegnet, dass „es Strukturen gibt und Pregl nicht im Gemeinderat dabei ist. Dazu waren Fachleute aus Wirtschaft, Tourismus und Einkaufstrffpunkt bei der Sitzung. Wenn Pregl die Innenstadt schlecht machen will, so ist das seine Sache. Ich bin stolz auf unsere Wirtschaft. Seit 1995 wird konsequent am Innenstadtmarketing gearbeitet. Die Vinothek (Anmerkung: Eröffnung diesen Freitag) und das Jugendzentrum bringen Belebung in die Mattersburger Innenstadt.“