Erstellt am 09. Juli 2014, 08:57

von Michael Kremser

Ärger um Windpark. Windräder / Der geplante Windpark in Schwarzenbach verärgert auch die burgenländischen Anrainergemeinden.

Bombastisch. Acht Windkraftanlagen, jeweils mit einer Höhe von 200 Metern, sind geplant.  |  NOEN, privat
In der Rotte Eggenbuch (Gemeinde Schwarzenbach) soll ein Windpark von gigantischem Ausmaß entstehen - und das mitten im Wald. Von der Firma Ventureal sind, in Zusammenarbeit mit der EVN und der Energie Burgenland, acht Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von je 200 Metern (Nabenhöhe circa 140 Meter, Rotorlänge circa 60 Meter – siehe Fotomontage oben).

„Verschandelung des wunderschönen Naturgebietes“

Die Windkraftanlagen wären auch vom Bezirk Mattersburg aus zu sehen – hinter der Burg Forchtenstein würden die riesigen Rotorblätter am Horizont aus dem Wald ragen. Deshalb versteht es sich von selbst, dass auch einige Bewohner des Bezirkes sich der gegründeten Bürgerinitiative gegen die Errichtung des Windparks angeschlossen haben.

Der Mattersburger Eugen Radel ist einer von ihnen, der wie folgt argumentiert: „Ich finde es handelt sich hierbei um eine Verschandelung des wunderschönen Naturgebietes Bucklige Welt und der Region Rosalia, zudem wird hier schützenswerte Natur unwiederbringlich zerstört, immerhin müssen mehrere Hektar Wald gerodet werden, um überhaupt Platz für die Errichtungsarbeiten zu schaffen“, so Radel, der anfügt: „Die betroffenen Anrainer wurden nicht einmal ausreichend über die Auswirkungen auf Grundstückspreise oder gesundheitliche Beeinträchtigung informiert, die, und das belegen mittlerweile etliche Studien, durchaus vorhanden ist, obwohl die Verantwortlichen bereits seit zwei Jahren verhandeln.“

Bereits mehr als 600 Unterschriften

Die Bürgerinitiative konnte bislang mehr als 600 Unterschriften gegen das Projekt sammeln. Unterstützung bekommen die Mitglieder dabei von Nationalrat Rouven Ertlschweiger.

„Bei der Errichtung von Windrädern muss man sehr sensibel agieren und kann nicht einfach über die Menschen drüberfahren - ich unterstütze daher die Bemühungen der Bürgerinitiative, das Projekt kritisch zu hinterfragen“, so Ertlschweiger, der weiter ausführt: „Außerdem gehört diskutiert, ob es sich umweltpolitisch vertreten lässt, eine kilometerlange Leitung quer durch die Bucklige Welt zu graben. Energieautarkie ja, aber nicht zu jedem Preis.“

Die Gemeinde Schwarzenbach hält dennoch am Projekt fest, immerhin erhält sie pro Jahr 180 000 Euro dafür, dass sie den Platz zur Verfügung stellt.