Erstellt am 11. März 2015, 07:55

von NÖN Redaktion

Grenzstraße wird gesperrt. Der offizielle Bescheid steht noch aus, dennoch ist fix: Der Grenzverkehr zwischen fünf und acht Uhr sowie von 16 bis 19 Uhr wird für die Pkws gesperrt.

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Bereits seit geraumer Zeit wird in der Grenzgemeinde Schattendorf eifrig über die Verbindungsstraße zur ungarischen Nachbargemeinde Agendorf diskutiert – Grund des Anstoßes: Die Straße etablierte sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr zur Pendlerausweichstrecke ungarischer Arbeiter. Nun ist es beschlossene Sache - zwischen fünf und acht Uhr sowie von 16 bis 19 Uhr wird sie für Pkws gesperrt, die endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus.

Die Gespräche intensivierten sich in den vergangenen Wochen und die SPÖ ließ vor Kurzem mit der Forcierung einer temporären Sperre der Verbindungsstraße aufhorchen. „Wir setzen uns für eine Sperre zu den Pendlerstoßzeiten, zwischen fünf und acht Uhr morgens sowie am Nachmittag zwischen 16 und 19 Uhr ein“, ließ Klubobmann Christian Illedits damals verlautbaren.

Ein dementsprechender Antrag wurde bei der Bezirkshauptmannschaft in Mattersburg gestellt.

Gutachten: Sperre positiv für Verkehrssituation

Bis Freitag der Vorwoche konnten nun alle beteiligten Gemeinden an die Behörde eine Stellungnahme zur Forderung abgeben, was jene Betroffene, laut Verkehrsreferatsleiter Rudolf Lotter, auch taten. Darunter auch die Landwirtschaftskammer, die vor allem den Güterverkehr der örtlichen Bauern als gefährdet sieht, und auch die Gemeinde Agendorf, die eine Einbremsung des Pendlerverkehrs durch die Verbindungsstraße grundsätzlich befürwortet, eine Sperre der Straße aber kontraproduktiv sieht.

Bereits im Vorfeld wurde ein Gutachten des Landes erstellt, wonach sich eine Sperre zu Spitzenzeiten positiv auf die Verkehrssituation auswirken werde. Auch den bestehenden Vertrag mit der Europäischen Union würde diese in keinster Weise verletzen, heißt es – der Ausbau der Verbindungsstraße wurde mit EU-Fördermitteln teilfinanziert – da der Charakter der Verbesserung des Nachbarschaftsverhältnisses zur ungarischen Gemeinde Agendorf laut Experten nicht gefährdet ist.

Schattendorfs Ortschef Johann Lotter zeigt sich allenfalls optimistisch und kündigt bei positivem Beschluss eine baldige Umsetzung der Sperre an. Nach Angaben der Gemeinde nutzten 2008 nur rund 365 Autofahrer am Tag die Verbindung – im Vergangenen Jahr waren es bereits 2300. Laut der Bezirkshauptmannschaft wären von der temporären Sperre in den Morgen- und Abendstunden Fahrradfahrer und Landwirte, die die Straße zu wirtschaftlichen Zwecken nutzen müssen, ausgenommen. Die endgültige Entscheidung von Bezirkshauptmann Klaus Meszgolits steht noch für diese Woche an.