Erstellt am 01. Dezember 2010, 00:00

Allianz gegen Schweinestall. CAUSA LICHTENWÖRTH / Burgenländische SPÖ und ÖVP stemmen sich gegen die Schweinemast. Resolution von 65 nordburgenländischen Gemeinden verabschiedet.

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VON RICHARD VOGLER

BEZIRK / Die Pläne für den Schweinestall im niederösterreichischen Lichtenwörth (Nachbargemeinde von Pöttsching) stoßen weiter auf großen Widerstand. Zur Vorgeschichte: Der Lichtenwörther Bauer Karl Tösch reichte ein Projekt für einen Schweinemastbetrieb mit 2490 Tieren ein (ab 2500 ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung zwingend vorgesehen).

Nach Interventionen des Umweltanwaltes und des Wasserleitungsverbandes schien das Projekt gestorben, vor kurzem reichte Tösch das Projekt erneut - nur 300 Meter vom ursprünglichen Standort entfernt - ein. Die Frist für einen Einspruch ist bereits verstrichen, im Burgenland bildet sich nun eine Allianz gegen die zuständigen Stellen in Niederösterreich, insbesondere gegen Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP). SPÖ-Klubobmann Christian Illedits und SPÖ-Landtagsabgeordneter Robert Hergovich initiierten einen Antrag an die Landesregierung, (der wurde gemeinsam mit der ÖVP bei der letzten Landtagssitzung genehmigt und soll, nachdem er im Ausschuss behandelt wurde, bei der nächsten Landtagssitzung beschlossen werden).

Grundaussage des Antrags: Berlakovich soll alle gesetzlichen Möglichkeiten ausschöpfen, diese Schweinemastanlage zu verhindern. Weiters wurde bei der Vollversammlung des Wasserleitungsverbandes Burgenland Nord eine Resolution von allen 65 Mitgliedsgemeinden (im Bezirk Mattersburg sind alle bis auf Sieggraben dabei) beschlossen. Diese richtet sich an Berlakovich und jene Abteilung der Niederösterreichischen Landesregierung, die das Projekt genehmigt. „Die ganze Sache ist ein großer Skandal. Der zweite Standort wurde still und heimlich genehmigt. Beim Verfahren wurde das Wasser gar nicht betrachtet“, poltert Klaus Sauer, Leitender Bediensteter des Wasserleitungsverbandes. Der derzeitige Nitratwert beträgt bereits jetzt im Bereich bei Lichtenwörth an die 175 Milligramm pro Liter - erlaubt ist ein Wert von 45 Millligramm.

 

 

 

Die nächsten Schweine. Der neue Schweinemastbetrieb mit 2490 Tieren ist bereits genehmigt.