Erstellt am 14. Januar 2016, 11:43

von Peter Wagentristl

Alte Schulden: Ärger über Frankenkredit. Im Jahr 2006 hat der Hirmer Gemeinderat einen seit zehn Jahren laufenden Kredit in Franken umgewandelt. Zur Rückzahlung wurde nun ein neuer Kredit aufgenommen.

Frankenkredite brachten in den letzten Jahren und Monaten nicht nur Private zum schwitzen, auch die öffentliche Hand wurde zur Kassa gebeten. Foto: Shutterstock  |  NOEN, Shutterstock

Bis vor einigen Jahren lagen Fremdwährungskredite auf Grund des damaligen Kurses und wegen der niedrigen Zinsen bei heimischen Sparern hoch im Kurs.

Spätestens jedoch seit dem sogenannten „Frankenschock“ Anfang 2015 sorgen die damals spekulativen Fremdwährungskredite für erhebliche Diskussionen. Viele Anleger mussten so für Kredite mehr zurückzahlen als gedacht, da die Währungsspekulation nach hinten losgegangen war.

Umgewandelter Kredit wird nun mit 31. März fällig

Nicht nur im Privatbereich, auch im öffentlichen Sektor wurden etliche Kredite in Franken umgewandelt oder gleich in einer Fremdwährung aufgenommen.

Ausgangspunkt in Hirm war beispielsweise ein bereits im Jahr 1996 aufgenommener Kredit für den damaligen Ausbau des Kindergartens. Die umgerechnet etwa 700.000 Euro wurden, abzüglich der bereits bezahlten Raten, zehn Jahre danach in einen Franken-Kredit umgewandelt.

Damals waren Fremdwährungskredite hoch im Kurs, die Zinsen niedrig und der Franken stabil. Da wegen der unglücklichen Kursentwicklung zwischen Franken und Euro jedoch nicht genug Geld angespart wurde um den endfälligen Kredit abzubezahlen, wurde mittlerweile ein weiterer Kredit in Höhe von 220.000 Euro aufgenommen.

Mit 31. März wird nun der umgewandelte Frankenkredit endfällig, muss also am Stichtag zum aktuellen Wechselkurs zurückgezahlt werden.

An der Umwandlungsfrage schieden sich die Geister

Seit der Aufwertung des Franken durch die Schweizer Nationalbank scheint unterm Strich für die Gemeinde Hirm ein Minus bevorzustehen. Sowohl Mach als auch Wallner betonen derweilen, dass noch nicht absehbar sei, welche Summe letztendlich gezahlt werden muss. Ob und wie viel finanzieller Schaden entstanden ist, steht somit erst mit Anfang April fest.

An der Frage, ob eine Umwandlung des Kredits in Franken im Jahr 2006 die sinnvollste Lösung war, scheiden sich in Hirm die Geister.

Für Mach, der erst im Jahr 2007 in den Gemeinderat einzog, sei der Fremdwährungskredit eindeutig spekulativ gewesen. Daher hätte die Gemeinde nicht „wie privatwirtschaftliche Betriebe“ ein Risiko auf Gemeindekosten eingehen sollen.

Abgeschlossen wurde der Kredit auch vor der Amtszeit von Bürgermeisterin Inge Posch-Gruska, die erst 2007 von ihrem Vorgänger das Amt übernahm. Posch-Gruska war für ein Statement nicht erreichbar.


Kurz-Info:

  • 1996 nahm die Gemeinde Hirm einen Kredit in der Höhe von 700.000 Euro auf.

  • 2006 wurde dieser in einen Franken-Kredit umgewandelt.

  • Da der Zinsverlauf des Franken-Kredits unglücklich verlief, wurde im vergangenen Jahr ein Euro-Kredit von 220.000 Euro aufgenommen.

  • Am 31. März 2016 läuft der Franken-Kredit aus.