Erstellt am 03. Oktober 2013, 15:27

Alte Schule schließt mit Ende des Jahres. Walbersdorf | Die Spielmanns verstanden es 20 Jahre lang, alle Sinne ihrer Gäste anzusprechen. Aus Altersgründen hören sie nun auf.

Alte Schule. Hans und Armella Spielmann wollen ihr Lokal mit Jahresende zusperren. Nachfolger gibt es keinen. Foto: Helga Ostermayer  |  NOEN, Helga Ostermayer
Von Helga Ostermayer

Kunst und Kulinarik | Die beiden Schweizer Armella und Hans Spielmann verstehen es, in der „Alten Schule“ alle Sinne ihrer Gäste anzusprechen.

Burgenländische Künstler gaben sich ein Stelldichein

Nicht nur vorzügliche Küche wird dort serviert, sondern es gaben sich auch viele burgenländische Künstler von Rang und Namen – von Josef Bernhardt bis Birgit Sauer, von Sepp Laubner bis Petra Neulinger oder Annelie Wagner – in dem gemütlichen, von Antiqutäten geprägten Lokal mit Ausstellungen ein Stelldichein.

„Rolf Langenfass hat uns seit 1998 jedes Jahr mit seinen Entwürfen für die Seefestspiele beglückt“, berichtet Hans Spielmann zusätzlich.

Mit Jahresende soll jetzt Schluss sein: „Wir haben 320 Quadratmeter Wohnfläche und den Garten, und wir sind beide mit 61 und 65 Jahren nicht mehr die Jüngsten. Auch die Gesundheit spielt nicht mehr so mit“, gibt der Wirt als durchaus plausible Gründe für das Aus an.

„Menschen kommen ohne Schwellenangst mit Kunst in Berührung“

„Wir wollten, dass die Menschen ohne Schwellenangst mit Kunst in Berührung kommen. Durch die Kulinarik war das auch gut machbar“, so der Kunstkenner. „Ich bin der Meinung, dass uns das auch gelungen ist“, fährt er fort. Im kulinarischen Bereich wurde das Lokal, zur großen Freude des Wirtsehepaares, zum wiederholten Male von Fallstaff ausgezeichnet.

Was das Ehepaar Spielmann im Ruhestand machen wird? „Wir müssen uns jetzt erst wieder sammeln. Auf der einen Seite sind wir natürlich traurig, weil wir ja ganz gerne weitermachen würden“, gibt Hans Spielmann offen zu. Schon in der Schweiz organisierte das Paar Kunst- und Antiquitäten-Ausstellungen.

Keine Pacht, aber zwei Interessenten für Kauf der Martinischenke

Als sie sich vor über 20 Jahren hier im Burgenland niedergelassen haben, machten die beiden aus der “Alten Schule” in Walbersdorf ein Antiquitäten- und Kunsthaus, 1993 gab es die erste Ausstellung.

, wird Martinischenke-Chef Stefan Zach nicht mehr weitermachen - mit Jahresende tritt er in den Ruhestand. Jene Variante, nach der es einen Pächter geben wird, ist vom Tisch. Dennoch gibt es noch einen Lichtblick, dass es diese Gastronomieeinrichtung weiter geben wird: Zwei Interessenten für einen Kauf gibt es. „Unser Makler ist damit beauftragt, in dieser Sache ist alles offen“, so Zach.