Erstellt am 27. Februar 2013, 00:00

Anklage nach DNS-Spur im Mordfall Pöttsching. Nach über sechs Jahren / Ein 43-jähriger Mann muss sich wegen des Mordes an einer 73-jährigen Pensionistin vor Gericht verantworten.

PÖTTSCHING / Im Mordfall Pöttsching steht die Anklage. Ein heute 43-jähriger Mann muss sich wegen des Mordes an einer 73-jährigen Pensionistin vor Gericht verantworten. Der Angeklagte ist nicht geständig.

Zur Vorgeschichte: In der Pöttschinger Lehargasse wurde am Montag, dem 31. Juli 2006, die 73-jährige Pensionistin Gertrude R., sie war zweimal verheiratet – je einmal verwitwet und geschieden – von ihrer Schwester tot aufgefunden. Die am selben Tag durchgeführte Obduktion ergab, dass sie an einem Schnitt durch die Kehle verstarb. Der Todeszeitpunkt wurde auf Sonntag, 30. Juli, zwischen elf und 15 Uhr datiert, ein Selbstmord konnte laut Rainer Erhardt, Leiter des Landeskriminalamtes, definitiv ausgeschlossen werden. Spuren, die auf eine gewaltsame Öffnung der Türen hinwiesen, wurden keine gefunden. Jedoch hatte die 73-Jährige die Veranda-Tür zur Terrasse nicht versperrt. Die Mordwaffe, es wurde ein handelsübliches Messer vermutet, fehlte zu diesem Zeitpunkt ebenso wie konkrete Verdächtige.

2006: Raubmord oder Beziehungsdelikt 

Wie später ans Tageslicht kam, telefonierte das Opfer noch um 10 Uhr am Tag ihres Todes mit ihrer Schwester. So galt etwa einige Tage die Version eines Raubmordes als die wahrscheinlichste, die Spur einer fehlenden Geldbörse erwies sich aber als nicht zielführend, ein Beziehungsdelikt wurde 2006 nicht ausgeschlossen.

Für sechs Jahre soll nun ein Verdächtiger vor Gericht kommen. Die Anklage lautet auf Mord und liegt seit Dienstag beim Landesgericht Eisenstadt: Ein 43-jähriger Mann soll die 73-jährige Pensionistin in Pöttsching brutal ermordet haben. Ihr wurde mit dem Messer die Kehle durchschnitten. Der Beschuldigte ist nicht geständig. Die Anklage basiert vor allem auch auf DNS-Beweisen.

„Mittels DNS-Spuren ist nun das Kriminalkommando auf den Verdächtigen gekommen“, berichtet Wolfgang Swoboda von der Staatsanwaltschaft. Zur Identität des Mannes will Swoboda nichts preisgeben – nur soviel: „Er hat öfters bei der Frau gearbeitet.“

Die DNS-Spuren wurden nun mit neuer Technik noch einmal untersucht. Dies gab nun den Ausschlag für die Verhaftung des 43-Jährigen. Innerhalb von 14 Tagen nach Zustellung der Anklage gibt es die Möglichkeit, Einspruch zu erheben, danach wird ein Verhandlungstermin festgesetzt.