Erstellt am 23. Januar 2013, 00:00

Anstieg der Insolvenzen. Bankrott / Im Jahr 2012 gab es 33 Unternehmensinsolvenzen im Bezirk. Im Jahr davor waren es „nur“ 22.

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Marie-Luise Wenzl

MATTERSBURG / Der Bezirk Mattersburg verzeichnet laut endgültiger Zahlen der Creditreform Firmeninsolvenzstatistik für das Gesamtjahr 2012 einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen von 50 Prozent. Waren im Jahr 2011 noch 22 Unternehmen im Bezirk insolvent, so waren bzw. sind es im abgelaufenen Jahr ganze 33. Die Ursachen dafür sind vielfältig: So manche Unternehmen haben zur Bewältigung der Weltwirtschaftskrise 2009 ihre Reserven aufgebraucht und die nachfolgenden Umsatzrückgänge führten dann unmittelbar zur Insolvenz. Auch Managementfehler wie mangelhafte Buchhaltung oder fehlendes Risikomanagement waren Ursachen für das Scheitern so mancher Firma. Etwa die Hälfte der Insolvenzen in Mattersburg wurden aber mangels Vermögen bereits abgewiesen. Aus diesen Firmen ist kein Geld mehr zu holen. Dazu Mag. Gerhard M. Weinhofer von Creditreform: „ Es gab im Burgenland zwei große Entwicklungen: Die Ziel-1-Förderungen führten in den letzten 10 Jahren zu einem richtigen Gründungsboom an Unternehmen im Burgenland. Aber dort, wo viele Unternehmen gegründet werden, gibt es in einer funktionierenden Marktwirtschaft auch viele Insolvenzen. Auch die Konkurrenz durch Unternehmen aus Osteuropa hat stark zugenommen und vielen Firmen zugesetzt.“ Beim AMS in Mattersburg konnte man aber Gott sei Dank keinen auffallenden Anstieg der Arbeitslosenrate feststellen. Dazu Markus Plattner, AMS Mattersburg: „Wenn bei uns im Bezirk große Betriebe insolvent werden, spürt man das natürlich. Bei Kleinbetrieben aber meist nicht, da Arbeitnehmer dann oft von anderen Firmen übernommen werden. Außerdem schauen wir darauf, dass für zukünftige Arbeitslose, die aufgrund von Insolvenzverfahren plötzlich vor der Kündigung stehen, ein Sozialplan aufgestellt wird, um sie abzusichern und ihnen rechtzeitig neue Perspektiven zu eröffnen. Dazu gibt es bei uns das sogenannte Frühwarnsystem.“ Erstmals seit 2009 steigen die Insolvenzen wieder. Zählte man 2011 in ganz Burgenland noch 154 insolvente Firmen, so sind es im vergangenen Jahr ganze 232. Das traurige Plus von 50,6 Prozent ist österreichweit der absolut höchste Wert. Die größte burgenländische Insolvenz war die der Bioenergie Burgenland Service GesmbH mit Passiva von mehr als 36 Millionen Euro. Hinter der Firma standen die Begas und Waldbesitzer wie Esterházy. In diesem Insolvenzverfahren wurde im November vergangenen Jahres ein Sarnierungsplan vorgeschlagen. Umso erfreulicher ist daher der leichte Rückgang bei Privatinsolvenzen im Bezirk, nämlich von 37 auf 36. Dazu Mag. Gerhard M. Weinhofer: „Das ist eine erfreuliche Entwicklung. Durch die professionelle Arbeit der staatlich anerkannten Schuldnerberatungen wurden viele Insolvenzanträge erfolgreich abgebaut. Die österreichische Volkswirtschaft scheint aufgrund gleichbleibender Arbeitslosenzahlen konstant. Bleibt zu hoffen, dass dieser Trend anhält.

Leider bleiben im Jahr 2013 die Türen zu einigen Unternehmen in Mattersburg geschlossen.