Erstellt am 12. August 2015, 10:39

von Richard Vogler und Bettina Eder

„Brauchen einander“. / Die Gastronomen aus dem Bezirk Mattersburg können den Anzeigen gegen die Vereine nichts abgewinnen.

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Die Anzeigen des Bündnisses der Gastronomie Österreichs (BDGA) gegen diverse Vereinsfeste sorgte für großen Wirbel in den letzten Wochen.

Die lokale Gastronomie kann diesen Anzeigen wenig abgewinnen. „Wir brauchen einander – die Vereine die Wirte und die Wirte die Vereine. Ich halte die Anzeigen nicht für gerechtfertigt“, hält der Baumgartener Wirt Walter Franschitz fest.

„Brauchtum sollte bestehen bleiben“

Romy Koch tönt ins selbe Horn. „Es ist nicht gerechtfertigt, dass sie angezeigt werden. Das Brauchtum sollte bestehen bleiben“, berichtet die Betreiberin der „Wulkatalschenke, um anzumerken, dass „die Anzahl der Feste in letzter Zeit doch sehr stark zugenommen hat.

Jeder zweite Verein macht schon eine Veranstaltung.“ Zum Kritikpunkt, dass die Veranstaltungen den Wirten Gäste kosten, entgegnet sie, dass „jene Leute, die ein Fest besuchen, dann nicht zu uns kommen würden.“ Auch im Forchtensteiner Gasthaus Wagner-Lehner befürwortet man die Anzeigen nicht: „Die Musikvereine und die Feuerwehren sollen schon ihre Feste organisieren.“

Ein Gastronom aus dem Bezirk Mattersburg hält ebenso nichts von den Strafandrohungen. „Man muss eine neue gesetzliche Regelung finden, sodass die Wirte nicht zu kurz kommen.“ Sepp Neusteurer, Betreiber der Wiesener „Kondi“, spricht deutliche Worte:

„Ich glaube nicht, dass uns die Vereine die Arbeit wegnehmen. Das eigentliche Problem ist, dass die Politik die Gastronomen bereits eine lange Zeit sekkiert. Jetzt kommen die Falschen zum Handkuss. Die Sportvereine und die Feuerwehren sollten ihre Veranstaltungen nach wie vor abhalten dürfen.

„Es geht um jene, die die Situation ausnützen“

Franz Perner, Spartengeschäftsführer der Wirtschaftskammer für Tourismus und Freizeitwirtschaft, findet andere Worte: „Es geht nicht um die gemeinnützigen oder klassischen Vereine. Es geht um jene, die diese Situation ausnutzen.

Und alle die da am lautesten schreien, egal ob Junge ÖVP oder andere, die wissen seit zehn Jahren, dass sie nicht gemeinnützig sind. Und die können erzählen, was sie wollen, sie sagen nur die halbe Wahrheit. Sie spenden 1000 Euro irgendwohin, sie fahren aber mit restlichen Geld auf ihre Ausflüge.“