Erstellt am 03. Dezember 2014, 08:54

von Melanie Windbüchler

Aufregung um Nikolo. Grünen-Landessprecherin Regina Petrik ist empört über die Anmeldezettel für den Nikolaus vom "unpolitischen Burschenverein".

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Beim unpolitischen Burschenverein kann man sich für einen Hausbesuch des Nikolaus anmelden und auch bestimmen, was der Nikolo zu den Kindern sagt bzw. ob ein Krampus dabei sein soll oder nicht. Diese Aktion hat nun Kritik der Grünen hervorgerufen.

"Pädagogischer Schwachsinn"

„Das ist pädagogischer Schwachsinn!“  Grüne-Landessprecherin Regina Petrik meldete sich auf Facebook zu Wort: „Ich bin schockiert, was hier mit Kindern getrieben wird. Das ist pädagogischer Schwachsinn und verletzt meines Erachtens verfassungsrechtlich geschützte Kinderrechte. Kein Kind hat insgeheim die Sehnsucht, dass seine Eltern einem fremden Mann erzählen, ob sie brav oder schlimm waren, wo ich schon diese Wortwahl fürchterlich finde. Eltern werden hier aufgefordert, die Intimsphäre ihres Kindes zu verletzen.

Sie sollen mal selber diese Situation durchspielen, wie es für sie wäre, wenn ihre Kinder aufschreiben was ihre Eltern richtig oder falsch machen und das dann einem Fremden vorlesen lassen. Dann verstehen die Eltern vielleicht, was ich meine. Abgesehen davon finde ich, ist es ein Missbrauch der Figur des Nikolaus, der ausschließlich nett und hilfreich war.“„Es gibt keinen Anlass, dass man sich aufregt“

Eltern können sich freiwillig anmelden

Andi Tanzler vom Burschenverein dazu: „Die Eltern können sich freiwillig anmelden. Normal führen wir 70 Hausbesuche durch. Wir besuchen auch die Kinder im Kindergarten und sie bekommen Sackerl, die wir bezahlen. Ebenso erhält der Kindergarten eine Geldspende für Spielsachen, die der Nikolo überbringt. Wir machen das seit über 30 Jahren und ohne Bezahlung. Bis jetzt hatte sich noch nie jemand beschwert.“

Barbara Wicha, eine Mutter, die die Aktion nutzt, und selbst Pädagogin ist, versteht grundsätzlich, dass die Grünen den Umgang mit dem Krampus thematisieren, weil dieser oft als erziehungstechnische Maßnahme missbraucht wird. „Die Aktion, wie sie der Burschenverein macht, finde ich aber positiv, weil jeder selbst entscheiden kann, und weil sich die Leute, die das machen, total engagieren und das pädagogisch gut machen.“