Erstellt am 12. Februar 2014, 11:00

Aufruhr wegen Postenschließungen. Bezirk / Bezirksparteien versuchen Lösungsmöglichkeiten aufgrund der Reduktion der Polizeiposten zu finden und stellen Forderungen.

Angst um Sicherheit. Die Bezirksparteien machen mobil und fordern Lösungen für die Polizeiproblematik.  |  NOEN, Erwin Wodicka

Nachdem bekannt wurde, dass im Bezirk Mattersburg die beiden Polizeiposten in Pöttsching und Sieggraben geschlossen werden sollen, melden sich die Bezirksparteien zu Wort und stellen ihre Forderungen. Die SPÖ beschloss im Landtag einen Dringlichkeitsantrag und hielt eine Pressekonferenz in der betroffenen Gemeinde Pöttsching ab.

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Die SPÖ spricht sich gegen ersatzlose Schließungen von Polizeiinspektionen ohne Gesamtkonzept aus. Für jeden geschlossenen Posten müsse es laut SPÖ in drei Gemeinden eine Ausgleichslösung geben. „Die SPÖ hat sich bereits im Jahr 2010 im Rahmen ihrer Zukunftsdiskussion mit dem Thema Sicherheit befasst - da haben wir die Idee des Dorfpolizisten entwickelt“, so SPÖ-Klubobmann Christian Iledits.

Stronach-Team organisierte Unterschriftenliste

Einen Dorfpolizisten, der nicht für die Schreibarbeit, sondern für den Kontakt mit den Menschen vor Ort zuständig ist, fordert die SPÖ für jede Gemeinde. Zudem soll der Personalstand der Polizei im Bezirk unbedingt aufgestockt werden, verlangt der SPÖ-Klubobmann.

Rouven Ertlschweiger, Landesobmann der Liste Frank Stronach: „Wir haben eine Unterschriftenliste gegen die Schließung organisiert, einige 100 Personen haben schon unterschrieben. Dafür bekamen wir viel Zuspruch von der Bevölkerung. Das Thema darf nicht sterben, denn es soll mehr Polizeipräsenz in der Ortschaft gezeigt werden.“

Alle Parteien sehen Handlungsbedarf

Für ÖVP-Bezirksparteiobmann Christian Sagartz ist es unverständlich, dass in so sensiblen Gebieten wie dem Burgenland mit derartig langen Grenzverläufen Polizeiposten geschlossen werden. „Der Landespolizeidirektor hat den betroffenen Gemeinden versprochen, ein Maßnahmenpaket auf die Beine zu stellen. Er ist gefordert, dies schnellstens zu tun“, so der ÖVP-Bezirkschef.

Auch der Pöttschinger FPÖ-Ortsparteiobmann Mario Fößl sieht Handlungsbedarf: „Im Burgenland dürfen keine Polizeiposten geschlossen werden, nein im Gegenteil: An der Ostgrenze müsste immens aufgestockt werden. Auch der Bürgermeister sollte im Sinne der Sicherheit handeln und sich jetzt vehement für den Erhalt des Polizeipostens einsetzen.“

SPÖ-Bürgermeister von Pöttsching, Herbert Gelbmann, zur aktuellen Situation: „Es gibt bis jetzt noch kein Quartier, das die Gemeinde in Pöttsching zur Verfügung stellen könnte. Der Präsident der Gesellschaft der Österreichischen Kinderfreunde, Erich Hanke, hat ein Brief an Frau Innenministerin Johanna Mikl-Leitner geschrieben, in dem er auf die besondere Problematik des Kinderdorfes in unserer Ortschaft hinweist. Ich möchte die Antwort darauf noch abwarten.“