Erstellt am 04. Dezember 2012, 12:52

Auseinandersetzung vor den Schüssen. Wohnsiedlung in der Wienerstraße: Der 61-jährige Täter hatte eine Stunde vor der Tat einen Streit mit der betroffenen Familie.

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In der Nacht von Montag auf Dienstag der Vorwoche wurden auf eine Wohnung in der Siedlung in der Mattersburger Wienerstraße Schüsse abgefeuert. Der Schütze konnte mittlerweile ausgeforscht werden und befindet sich bis zur Haftprüfungsverhandlung in etwa 14 Tagen in Untersuchungshaft.

Vor den Schüssen kam es zu einem Streit, wie die Betroffene zu berichten weiß: „Ich wollte gerade schlafen gehen, als ich Lärm aus dem Nebenzimmer gehört habe“, schildert die Tochter der betroffenen Familie und sie führt weiter aus: „Als ich nachschauen wollte, was da los ist, waren alle in Panik.“ Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. „Im Fensterstock des Zimmers meiner Eltern war ein Loch. Mein Neffe befand sich zum Zeitpunkt der Schüsse in diesem Zimmer. Gott sein Dank ist niemandem etwas passiert. Wir haben gleich die Polizei verständigt“, so die junge Frau.

Schüsse wegen Lärmbelästigung

Das Motiv des 61-jährigen Pensionisten dürfte Lärmbelästigung gewesen sein. „Er ist eine Stunde bevor die Schüsse abgefeuert wurden zu uns gekommen. Er hat betrunken gewirkt und uns angebrüllt und gemeint, wir wären zu laut“, schildert die Bewohnerin, die zwei Stockwerke über dem Schützen wohnt. Bei dem Schützen handelt es sich um einen 61-jährigen ehemaligen Mattersburger Heurigenwirt, der im Erdgeschoss der Wohnhausanlage lebt. „Wir wohnen seit vier Jahren hier und hatten noch nie Probleme mit den Nachbarn.“

Geschossen wurde vom Bewegungspark vis-á-vis der Wohnhausanlage aus. „Wenn ich rüberschaue, werde ich ganz unruhig und habe immer noch Angst, wenn ich rausgehe“, so die Tochter der Familie.
Laut Bernhard Kolonovits vom Landesgericht Eisenstadt wird wegen Verdacht des versuchten Mordes ermittelt.
Die Untersuchungshaft wurde nun wegen Flucht, Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr verhängt. Die nächste Haftprüfung ist voraussichtlich in 14 Tagen.
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Reaktion der Politik:

Laut der Grünen-Sprecherin Sonja Sieber ist es für ein friedliches Zusammenleben – vor allem in der Wohnsiedlung in der Wienerstraße – notwendig, einen Integrationsbeauftragten für Mattersburg einzusetzen. „Wir können froh sein, dass nicht mehr passiert ist, dürfen uns jetzt aber keinesfalls zurücklehnen und zur Tagesordnung zurückkehren“, so Sonja Sieber. Die Grünen fordern seit Jahren die Einrichtung eines Integrationsbeauftragten. Diese sollte von Konfliktmanagement über präventive integrationsfördernde Angebote im Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit bis zur Vermittlung von Deutschkursen und der Vernetzung mit Schulen, Streetworkern und Sozialarbeitern beinhalten.

„In Mattersburg gibt es bereits seit 2007 einen Kultur- und Integrationsauschuss. Er wurde einstimmig – auch mit den Stimmen der Grünen – gewählt. Vorsitzende ist Rafaela Strauss. Unter anderem wurde das Streetworker-Projekt für die Wienerstraße von diesem Ausschuss initiiert“, so Martin Hollweck von der Stadtgemeinde Mattersburg.