Mattersburg

Erstellt am 10. August 2016, 05:17

von Bettina Eder

KUZ: Suche nach Wirt. Bewerbungsfrist ist abgelaufen. Derzeit herrscht Stillschweigen über Interessenten. ÖVP sieht dahinter „Zensur“.

Vor zwei Monaten wurden die neuen Plänen präsentiert, aber erst jetzt schaltet sich das Bundesdenkmalamt ein um das alte Gebäude zu prüfen. Foto: BVZ  |  BVZ

Für das Kulturzentrum Mattersburg ist vor wenigen Tagen die Interessentensuche für den Gastronomiebetrieb ausgelaufen. Informationen über die Identität oder die Anzahl der Interessenten gibt es keine von der Wiener Rechtsanwaltskanzler, die das Verfahren für den Verein Kulturzentren sowie die BELIG durchführt.

Man könne nicht einmal sagen, ob sich überhaupt jemand beworben habe, so Juristin Martina Harrer, die auf die Geheimhaltung während des gesamten Vergabeverfahrens hinweist. BELIG-Geschäftsführer Heinz Fellner bestätigt zumindest, dass es Interessenten gebe mit denen jetzt weiterverhandelt werde. Dennoch stößt der Punkt ÖVP-Mattersburg-Chef Michael Ulrich sauer auf. Denn er sieht dahinter Zensur: „Es ist leider vollkommen unklar, ob ein permanenter Pächter die Gastronomie übernimmt.“

In der nun abgelaufenen Stufe 1 des Verfahrens wurde nämlich nicht ausschließlich für einen permanenten Gastrobetrieb gesucht, sondern die Interessenten mussten sich zumindest für einen von drei Betriebsmöglichkeiten (permanenter Restaurantbetrieb sowie veranstaltungsbezogener Buffetbetrieb und veranstaltungsbezogener Cateringbetrieb) entscheiden. Dahinter sieht Ulrich, dass die Entscheidungsträger, allen voran Landesrat Helmut Bieler (SPÖ) sich nicht zu einem fixen Pächter bekennen wollen, und „scheinbar wie im Kulturzentrum Eisenstadt nur ein Catering angedacht ist, das will die Bevölkerung aber nicht.“

Bieler: „Es muss sich einmal einer finden“

Landesrat Bieler hatte wiederum schon vor wenigen Monaten bei der Präsentation des Siegers des Architektenwettbewerbs betont, dass er natürlich einen permanenten Pächter favorisiere, „aber es muss sich erst einmal einer finden, der das machen will.“ Auch Landtagspräsident Christian Illedits (SPÖ) bekräftig: „Die Stadt und der Bezirk brauchen einen Saal für Veranstaltungen wie Hochzeiten, Schulfeiern uvm. Das ist nur mit einem Dauerpächter möglich. Das haben Bürgermeisterin Ingrid Salamon und ich x-Mal deponiert.“

Fest steht, dass laut den 12-seitigen Konzessionsunterlagen vorerst nur jene Bieter, die für alle drei Betriebsbereiche Interesse zeigen, zur Ausarbeitung eines Grobkonzeptes eingeladen werden.

Sollte sich gar keiner für den permanenten Betrieb interessieren, wird nicht noch einmal ausgeschrieben, sondern die verbliebenen Interessenten eingeladen, ihre Ideen für veranstaltungsbezogenen Buffetbetrieb und den veranstaltungsbezogenen Cateringbetrieb abzugeben. Öffentliche Informationen dazu wird es laut Rechtsanwaltskanzlei Harrer erst Ende des Jahres geben.