Bad Sauerbrunn

Erstellt am 18. September 2016, 04:24

von Judith Jandrinitsch

Kindergärtner Patrick, der Mann für alle Fälle. Im Kindergarten Bad Sauerbrunn gibt es seit ersten September einen Mann, der den Pädagoginnen zur Seite steht.

Kindergartenleiterin Romana Müllner, Kindergartenhelfer Patrick Wikström und Monika Payer, LiBS, im Gemeinderat zuständig für die Kindergartenagenden. Foto: Jandrinitsch  |  Judith Jandrinitsch

Patrick Wikström kommt eigentlich aus Schweden. Die Liebe zu seiner Frau Julia, einer gebürtigen Neudörflerin, hat ihn nach Österreich geführt. Die beiden haben sich in Bad Sauerbrunn angesiedelt, ihr Berufsleben ist so organisiert, dass sie sich abwechselnd um ihr Baby kümmern können. Vormittags arbeitet Patrick im Kindergarten, nachmittags unterrichtet seine Frau Klavier.

Selbstverständlich, in der Küche zu stehen

Probleme in seiner Rolle als männlicher Kindergartenhelfer hat Patrick nicht. „Ich habe die Ausbildung zum Helfer in Wien gemacht und auch schon in einem Wiener Kindergarten gearbeitet. Ich wollte vor allem auch Deutsch lernen, und da erscheint mir meine Arbeit im Kindergarten sehr hilfreich“. Zwar gleitet Patrick noch gelegentlich ins Englische ab, doch Kindergartenleiterin Romana Müllner betont: „Wir reden Deutsch mit ihm.“

Die Helfer im Kindergarten sind in einem Wechseldienst beschäftigt. Ob Mittagessen vorbereiten, mit den Kindern im Bistro frühstücken oder Fußball spielen – Patrick erledigt alle Aufgaben souverän. Besonders beim Fußball spielen ist er ein gefragter Partner.

Doch für ihn ist es genauso selbstverständlich, in der Küche zu stehen. Romana Müllner hat auch das gesamte Betreuungskonzept für dieses Kindergartenjahr auf neue Beine gestellt.

„Wir haben fünf Schwerpunktgruppen – eine Musikgruppe, eine Sprachgruppe, eine Sinnesgruppe, eine Kreativgruppe, eine darstellende Gruppe und eine naturhistorisch-mathematische Frühförderungsgruppe. In jeder Gruppe wird jeden Tag von den Pädagoginnen ein spezielles Thema erarbeitet, z.B. das Gestalten mit Pappmachée. Bis 10 Uhr ist jedes Kind in seiner Stammgruppe, nach dem Morgenkreis hat sich das Kind schon entschieden, in welcher Gruppe es seinen weiteren Kindergartentag verbringen möchte.

Neuer pädagogischer Schwerpunkt

„Mir war es wichtig, dass sich die Kinder tatsächlich mit einem Thema intensiv beschäftigen und dass dazu nicht immer viele Spielsachen notwendig sind“, erklärt Müllner. Diese würden vom Wesentlichen oft nur ablenken – mit den Schwerpunktgruppen wird der Fokus auf ein Thema, auf eine Sache gelegt.

Ihr liegt das Thema so am Herzen, weil nach Bekanntwerden des Schimmels in einer Abstellkammer ihrer Meinung nach der ganze Kindergarten in Misskredit gezogen wurde und das auch auf die pädagogische Arbeit abfärben würde.