Erstellt am 15. April 2015, 06:20

von Michael Kremser

Viermal wurde Kur bereits abgewiesen. Tochter einer Betroffenen ist empört über Handlungsweise der Krankenkasse und macht ihrem Ärger Luft.

Vom behandelnden Hausarzt wurde ein Kuraufenthalt schon mehrfach verordnet - die Krankenkasse wies den Antrag aber stets ab.  |  NOEN, Erwin Wodicka
Die Bad Sauerbrunnerin Doris Urbanek beschreibt sich selbst als einen Menschen, der sich nicht schnell über etwas ärgert. Was ihre Mutter durchmacht, stößt ihr allerdings nun doch bitter auf. Viermal suchte die pensionierte 75-Jährige bereits um einen Kuraufenthalt an, und jedes Mal wurde sie bislang abgewiesen.

„Meine Mutter hat ihr Leben lang fleißig im Gastgewerbe gearbeitet und nebenbei auch noch Kinder großgezogen, jetzt im Alter zeigen sich nun einmal Abnützungsbeschwerden, der Hausarzt hat die Kur auch schon verschrieben, nur die Krankenkasse will die Therapiemaßnahmen nicht bewilligen“, empört sich Urbanek.

Grundsätzlich kann in Österreich jeder auf Kur gehen, der behandelnde Arzt, das kann auch der Hausarzt sein, entscheidet in erster Instanz ob und welche Maßnahmen der Rehabilitation und Festigung der Gesundheit ergriffen werden sollen. Stellt dieser die Notwendigkeit fest, muss dann die Krankenkasse nach eingehender Prüfung der Patientenakte beziehungsweise nach Vorladung des Patienten entscheiden, ob und wenn ja, welche Kosten von ihr getragen werden – ein variabler Selbstbehalt ist immer zu bezahlen so man Bruttomonatseinkünfte von zumindest knapp 900 Euro hat.

Alle Instanzen schon durchgegangen 

„Diese Schritte bin ich mit meiner Mutter alle schon durch, man hat zu uns nur gesagt, dass wir uns noch an einen Facharzt wenden können“, erzählt die besorgte Tochter weiter. „Meine Mutter bezieht die Mindestpension, die kann sich den Besuch bei teuren Fachärzten nicht leisten“, fährt sie fort.

Warum jemand, der schon so oft mit den selben Beschwerden um Kur angesucht hat, immer wieder abgelehnt wird, darüber konnte man auf Anfrage bei der Gebietskrankenkasse keine Auskunft geben und verwies auf den Datenschutz der Patienten.

Doris Urbanek reicht es jedenfalls: „Natürlich unterstütze ich meine Mutter, wo ich nur kann, aber ich habe selbst auch eine Familie, da kann ich es mir auch nicht leisten, für die Kur meiner Mutter ohne Unterstützung der Krankenkasse aufzukommen.“

Urbaneks Mutter will dennoch weiter um Kur ansuchen.